Religions- wissenschaftliches  Institut  

Ehemalige Professoren



Nathan Söderblom (1866 - 1931)

15. Januar 1866

Geburt in Trönö/Schweden

1875-1883

Lateinschule in Hudiksval

1883

Universität Uppsala, Studium der Philologie, Philologisches Kandidatenexamen

1892

Theologisches Kandidatenexamen

1981

Wahl zum Vorsitzenden des schwedischen KFUM (CVJM)

5. März 1893

Ordination durch Bischof Gottfried Billing (Lund)

29. April 1894

Heirat mit Anna Forsell

1984

kommissarischer Pfarrer der schwedischen Gemeinde in Paris und Seemannspfarrer in Dünkirchen, Calais und Bologne

1896

"Verordneter Pfarrer" der schwedischen Gemeinde in Paris

1898

Diplom "Elève diplomé de L'École des hautes études", Paris

1901

Promotion zum Dr. theol. an der Sorbonne über das Thema "La vie future d'après de mazdéisme"

1901

Professor für "theologische Vorbegriffe und Enzyklopädie" an der Universität Uppsala

1912

zusätzliche Ernennung zum Professor der Religionsgeschichte an der Universität Leipzig

1914

Ernennung zum Erzbischof von Uppsala

1919

Ehrenbürger der Universität Halle-Wittenberg; Ehrenbürger der Wartburg; Ehrenmitglied der Universität Wien; ständiger Ehrenpräsident der ev.-luth. Synode Lettlands; Ehrenmitglied des nordischen Studentenbundes

1921

Mitglied der Schwedischen Akademie

1930

Friedensnobelpreis

12. Juli 1931

Gestorben in Uppsala


Hans Haas (1868 - 1934)

2. Dezember 1868

Geboren in Donndorf bei Bayreuth

1889-1893

Studium der Theologie und klass. Philologie in Erlangen

1894

Stadtvikar in Aschaffenburg

1897-1898

Sprachenstudium in Berlin und London

ab 1898

Pfarrer der dt. Gemeinde in Tokyo und Yokohama. Zugleich Tätigkeit als Missionar des Allgemeinen Evang.-Protest. Missionsvereins (später Ostasienmission) und Direktor der Theologischen Hochschule dieser Mission (Shinkyo Shingakko)

ab 1900

Hrsg. der ersten dt. Zeitschrift in Japan "Wahrheit", die bis 1906 erscheint

1903

Ehrendoktor der Theologischen Fakultät der Universität Straßburg

1909

Rückkehr nach Deutschland

1910 bis 1932

Mitglied im Zentralvorstand der Ostasienmission

bis 1912

Privatgelehrter in Heidelberg, bis 1914 in Coburg

1913

Außerordentlicher Professor in Jena in Anerkennung seiner religionshistorischen Forschungen insb. zum japanischen Buddhismus

1. April 1915

Berufung auf den Lehrstuhl für Religionsgeschihte der Universität Leipzig als Nachfolger Söderbloms. Zugleich Direktor des Religionsgeschichtlichen Seminars und (im turnusmäßigen Wechsel) Direktor des Staatlichen Forschungsinstituts für Vergleichende Religionsgeschichte

1921/22
1927/28
1933/34

Dekan der Theologischen Fakultät

10. September 1934

Gestorben


Joachim Wach (1898 - 1955)

25. Januar 1898

Geburt in Chemnitz

1916

Notabitur am Vitzthumschen Gymnasium in Dresden

1916 - 1919

Kriegsdienst

12. Mai 1917

Immatrikulation an der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig

Januar-Dezember 1919

Studium der Orientalistik und Philosophie an der Universität München

Januar-März 1920

Studium an der Berliner Universität

Sommersemester 1920

Freiburg/Breisgau

18. Oktober 1920

Rückkehr an die Universität Leipzig

4. April 1922

Promotion Dr. phil. mit der Arbeit: "Grundzüge einer Phänomenologie des Erlösergedankens"

1922-1923

Studium an der Universität Heidelberg

3. Juni 1924

Habilitation an der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig im Fach Religionswissenschaft mit der Schrift: "Prolegomena zur Grundlegung der Religionswissenschaft"

3. Juni 1924

Probevorlesung über "Meister und Jünger"

1927

Lehrauftrag für Religionssoziologie an der Universität Leipzig

1929

Außerplanmäßige außerordentliche Professur für Religionswissenschaft an der Universität Leipzig

15. Januar 1930

Antrittsvorlesung mit dem Thema: "Die Geschichtsphilosophie des 19. Jahrhunderts und die Theologie der Geschichte"

29. April 1935

Entzug der Lehrbefugnis auf Grund der nationalsozialistischen Rassegesetzgebung

1945

Berufung auf den Lehrstuhl für Religionsgeschichte der Vereinten Theologischen Fakultät (Divinity School) an der Universität Chicago

27. August 1955

Gestorben


Friedrich Rudolph Lehmann (1887 - 1969)

13. April 1887

Geboren in Dresden

1907-1912

Studium der Philosophie, Geschichte, Theologie und Völkerkunde

1913

geistliches Amt

1913-1939

Lehrer und Studienrat an höheren Schulen in Leipzig (u. a. Nikolai-Gymnasium) - weiteres Studium der Völkerkunde, Geographie, Religionswissenschaft und orientalische Sprachen

1915

Promotion bei Karl Weule und Wilhelm Wundt mit der Arbeit: "Mana. Ein begriffsgeschichtliche Untersuchung auf ethnologischer Grundlage" (erweitert 1922)

1915

Kommissarische Leitung des Religionswissenschaftlichen Seminars

seit 1924

Abhaltung von Übungen am Psychologischen Institut

1930

Habilitation für Völkerkunde mit der Arbeit: "Die polynesischen Tabusitten" (Referenten: Otto Reche, Felix Krueger)

13. September 1935

Erweiterung seiner Venia legendi auf Religionswissenschaft

1934-1936

Kommissarische Leitung des Religionswissenschaftlichen Seminars

1937

npl. ao. Professor für Völkerkunde und Religionswissenschaft

1939

Feldforschung in Tanzania

20. September 1939

Ernennung zum außerplanmäßigen Professor

Dezember 1939

Internierung in Südafrika

1940-1946

Gast und Dozent an der University of Witwatersrand (Pretoria)

1946-1949

Government Ethnologist im Department of Native Affaires - Ethnologie in der "Polizeizone" um Windhoek

1950-1955

Professor für Völkerkunde an der Universität Potchefstrom

1956

Rückkehr nach Deutschland

1958-1962

Lehrauftrag für Ethnologie in München

12. Juni 1969

Gestorben


Walter Baetke (1884 - 1976)

28. März 1884

Geburt in Sternberg (Neumark; heute Polen)

1902-1907

Studium der Germanistik, Anglistik, Pädagogik und Philosophie an den Universitäten Halle/Saale und Berlin

1907

Staatsexamen für das höhere Lehramt

1908

Promotion im Fach Anglistik mit der Arbeit: Kindergestalten bei den Zeitgenossen und Nachfolger Shakespeares"

1907-1910

Schuldienst als Assessor in Schönbeck/Elbe, Magdeburg und Suhl

1910-1913

Studienrat am Stadtgymnasium in Stettin

1913-1935

Studiendirektor an der Ernst-Moritz-Arndt-Schule in Bergen/Rügen

1930

Aufnahme in das Akademische Prüfungsamt der Universität Greifswald

13. Juni 1934

Lehrauftrag für Germanische Religionsgeschichte

5. Februar 1936

Berufung zum Professor für Religionsgeschichte

1943

Ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig

1940-1946

Mitglied der Prüfungskommission der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Leipzig

1946

Ehrendoktor der Theologischen Fakultät

1946

Berufung auf den Lehrstuhl für nordische Philologie an der Philologischen Fakultät der Univeristät Leipzig

1948 - 1950

Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig

1953/54

kommissarische Verwaltung des Orientalischen Instituts der Universität Leipzig/

1955

Emeritierung

1959

kommissarische Leitung der Nordistik der Universität Leipzig

15. Feburar 1978

Gestorben


Kurt Rudolph (geb. 1929)

3. April 1929

Geburt in Dresden

1948

Abitur in Dresden

1948/49

Studium Evang. Theologie, Religionsgeschichte und Semitistik an der Universität Greifswald

1949-1953

Studium Evang. Theologie, Religionsgeschichte und Semitistik an der Universität Leipzig

1953

Erstes Theologisches Staatsexamen

1954-1960

Wissenschaftlicher Assistent am Religionsgeschichtlichen Institut Universität Leipzig

1956

Promotion zum Dr. theol.

1957

Promotion zum Dr. phil.

1961

Habilitation für Religionsgeschichte und Vergleichende Religionswissenschaft an der Philosphischen Fakultät der Universität Leipzig

1961

Dozent am Religionsgeschichtlichen Institut der Universität Leipzig

1963

Professor mit Lehrauftrag am Religionsgeschichtlichen Institut der Universität Leipzig

1970-1984

Ordentlicher Professor am Religionsgeschichtlichen Institut der Universität Leipzig

1980-1981

Gastprofessor am Centre for the Study of Religions der University of Toronto

1983

Honorary Degree of the Doctor of Divinity (D.D.) der University of St. Andrews, Scotland

1983-1984

Dist. Visiting Professor an der University of Chicago1983/84 mit Einschluß der Haskell-Lectures

1984-1986

Professor of Religious Studies an der University of California Santa Barbara/USA

1986-1987

Gastprofessor an der Harvard Divinity School

1986-1994

Ordentlicher Professor für Religionsgeschichte an der Universität Marburg

1994

Emeritierung

1995

Dr. phil. h. c. der Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften an der Universität Leipzig

1998

Dr. theol. h. c. der Theologischen Fakultät der Universität Aarhus, Dänemark

 

Professr Rudolph lebt heute in Marburg / Lahn.


Holger Preißler (1943 - 2006)

27. Oktober 1943

Geburt in Altmittweida/Sachsen

1950-1958

Besuch der Grundschule in Altmittweida und Birkenwerder bei Berlin

1958-1962

Besuch der Oberschule in Oranienburg

1962-1967

Studium der Arabistik und Semitistik am Orientalischen Institut der Karl-Marx-Universität Leipzig, Abschluss als Diplom-Semitist

1967-1970

Wissenschaftlicher Assistent Leipzig

1970-1974

Attaché und Übersetzer an der Botschaft der DDR in Syrien

1975-1982

Wissenschaftlicher Assistent und Wissenschaftlicher Sekretär an der Karl-Marx-Universität Leipzig

1981

Promotion A und B, Leipzig

1982

Dozent für Semitistik und Islamwissenschaft, Leipzig

1985

Professor für Religionsgeschichte Leipzig

1989-1990

Gastprofessor an der Universität des Saarlandes

1992

Professor für Vorderorientalische Religionsgeschichte und Islamwissenschaft an der Universität Leipzig

1989-2002

Dekan der Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften der Universität Leipzig

14. November 2006

Gestorben


In memoriam Holger Preissler
 
Wir trauern um Professor Dr. Holger Preißler. Herr Professor Preißler verstarb am 14. November 2006 nach schwerer Krankheit kurz nach Vollendung seines 63. Lebensjahres in Leipzig. Die Mitglieder und Studierenden des Religionswissenschaftlichen Instituts haben in ihm einen Freund, lieben Kollegen und verehrten Lehrer verloren. Sein Tod hinterläßt eine schmerzliche Leere in unserem Institut.
Holger Preißler war seit 1985 Professor für Religionsgeschichte an der Universität Leipzig. Er trug entscheidend dazu bei, die Tradition der Leipziger Religionswissenschaft in politisch schwierigen und wechselvollen Zeiten zu bewahren und für die Zukunft zu gestalten. Als Professor für vorderorientalische Religionsgeschichte und Islamwissenschaft schuf er mit der Neugründung des Religionswissenschaftlichen Instituts 1992 die Voraussetzung für die dauerhafte Etablierung des Fachs an der Universität Leipzig. Danach wirkte er als geschäftsführender Direktor des Instituts, Dekan der Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften, Mitglied des akademischen Senats und anderer Gremien der Universität bis zu seiner plötzlichen Erkrankung mit großem persönlichem Einsatz auf die Entwicklung des Religionswissenschaftlichen Instituts und der Universität Leipzig.
Holger Preißler hat in Leipzig Arabistik und Semitistik studiert. Seine wissenschaftlichen Arbeiten konzentrierten sich zunächst auf die vorislamischen Kulturen Arabiens, weiteten sich jedoch bald auf die gesamte Geschichte der arabischen und vorderorientalischen Kulturen und Religionen aus. Intime Kenntnis des Islams verband sich mit breiter Gelehrsamkeit weit über das Gebiet der Religionswissenschaft hinaus. Er verstand es ebenso, bei seinen Schülern die Begeisterung für das Studium arabischer, aramäischer oder amharischer Quellen zu wecken, wie die Studierenden mit Geschichte und Gegenwart der Religionen vertraut zu machen. Professor Preißler war ein Gelehrter klassischer Bildung, der als akademischer Lehrer nicht nur durch sein umfassendes Wissen wirkte, sondern auch durch seine Weisheit und Menschenliebe.
Unsere Trauer gilt dem Gelehrten und Lehrer Holger Preißler, aber zugleich dem Freund und Kollegen. Weisheit und Menschenliebe prägten auch sein Leben und strahlten aus in das Religionswissenschaftliche Institut. Die menschliche Wärme dieser Ausstrahlung hat dem Institut gut getan. Er hat seine Lebenserfahrung und Lebensfreude mit uns geteilt. Wir vermissen ihn schmerzlich.


letzte Änderung: 22.02.2012 Steffi Rüger

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