Studierende und Mitarbeitende des Orientalischen Instituts wirken auf vielfältige Weise über die Universität hinaus. Einerseits sind Bereiche der Lehre und Forschung in den letzten Jahren verstärkt auf gesellschaftliche Fragestellungen und Anforderungen ausgerichtet worden. Andererseits engagieren diese sich auch über Ihre Tätigkeit in Lehre und Forschung hinaus. Auf dieser Seite präsentieren wir eine Auswahl unserer vielfältigen gesellschaftsbezogenen Aktivitäten.

Lehre

Um auf die gesellschaftlichen Herausforderungen reagieren zu können, welche sich durch die internationalen Fluchtbewegungen seit 2015 in Deutschland ergeben, haben Mitarbeitende und Lehrende des Instituts neue Lehrveranstaltungen konzipiert und Inhalte bestehender Module angepasst.

Seit dem Wintersemester 2016/17 bietet das Orientalische Institut – unter Verantwortung der Universitätsprofessur für Arabistik und Islamwissenschaft von Prof. Dr. Verena Klemm – gemeinsam mit dem Studienbüro der GKO das fakultätsübergreifende Schlüsselqualifikationsmodul „Integrationsarbeit im Ehrenamt (03-SQM-53)“ an. Das Modul umfasst eine semesterbegleitende Tätigkeit innerhalb einer Institution oder Initiative zur Hilfe für bzw. Integration von Menschen mit Migrationshintergrund sowie Präsenzveranstaltungen zur Vorbereitung, eine Zwischenevaluation und eine abschließende Auswertung, die als Blockveranstaltungen in Zusammenarbeit mit Praxispartnerinnen und -partnern angeboten werden. Die Lehre wird durch Claudia Geppert, Ehrenamtskoordinatorin Flüchtlingsarbeit Johanniter e. V., sowie durch die Freiwilligen-Agentur Leipzig unterstützt.

Bei Fragen zum Modul wenden Sie sich bitte an Marie Hakenberg oder Ulrike Noack.

Um auf die Anforderungen vorzubereiten, welche Dolmetscherinnen und Dolmetschern sowie sprachmittelnden Personen bei der Arbeit mit Geflüchteten begegnen, wurde im Wintersemester 2015/16 das Modul „Arabische Sprache V – Community Interpreting“ entwickelt. Themen wie das Dolmetschen während Behördengängen, Arztbesuchen oder der Wohnungssuche unter Einbeziehung dolmetschtechnischer und sprachlicher Grundlagen wurden in den Unterricht integriert.

Forschung

Muslime in Sachsen – 2017 leben hier etwa 50.000 Menschen muslimischen Glaubens, das entspricht 1,25 Prozent der Gesamtbevölkerung. Dabei leben Muslime bereits seit mehreren Jahrzehnten in Sachsen. Nichtsdestotrotz, kommen nur wenige mit ihnen in Kontakt. Kaum jemand weiß von den Erfahrungen, die sie machen, obwohl sich doch sehr viele Menschen aus ganz unterschiedlichen Gründen für den Islam interessieren. In diesem Kontext wollen wir die gesellschaftlichen Diskussionen durch neue Erkenntnisse bereichern und erweitern. Dabei ist es uns ein zentrales Anliegen, nicht nur über Muslime zu sprechen, sondern vor allem mit Muslimen.

Die Beiträge in diesem Buch geben Einblicke in die Erfahrungen und Lebenswelten von Muslimen in diesem Bundesland. Zugleich zeigen sie, wie prekär die Situation hier für sie sein kann und wie verschiedene Formen und Aspekte von Integration, Diskriminierung, Ausgrenzung ihren religiösen, beruflichen und familiären Alltag prägen. Sie geben auch einen Eindruck davon, was als positiv empfunden wird und in welchen Kontexten Akzeptanz, Toleranz und Gleichheit erfahren werden. Die Beiträge zeigen, wie unterschiedlich und vielfältig Identitäten und Lebenswelten von Muslimen in Sachsen sind, die bei Weitem nicht nur durch die Religion geprägt sind, sondern ebenso durch ihre Nationalität, ihre Migrationsbiografie, ihren sozialen Status und ihr gesellschaftliches Umfeld. Zahlreiche Beispiele erfolgreicher Integration von Muslimen in Sachsen, also sächsischen Muslimen, zeigen Potenziale des Zusammenlebens. Dennoch, in einem  Bundesland, in dem Muslime eine kleine Minderheit sind, ist noch viel Integrations- und Aufklärungsarbeit zu leisten. 

Das Buchprojekt wurde mehrheitlich von Studierenden der Arabistik, von Promovierenden, Mitarbeitenden und Professoren des Orientalischen Instituts der Universität Leipzig gestaltet. Auch Studierende und ehemalige Studierende der Ethnologie und Religionswissenschaft trugen dazu bei. Als externer Experte wirkte Holger Schuckelt mit, Orientarchäologe und Oberkonservator an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Alle arbeiteten und recherchierten mit großer Begeisterung und ließen ihre durch Studium, Beruf und ehrenamtliches Engagement erworbenen Kompetenzen in das Buch einfließen.

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Wir sind sehr erfreut über den nachhaltigen Erfolg unseres Buches „Muslime in Sachsen. Geschichte, Fakten, Lebenswelten“ (Leipzig 2016), herausgegeben von Marie Hakenberg und Verena Klemm, mit Beiträgen von Studierenden und Dozierenden des Orientalischen Instituts und Nachbarinstituten.

Daran anknüpfend haben wir nun ein neues Projekt gestartet, das dieses Thema weiter vertieft und hoch motivierten Studierenden Möglichkeiten zur Weiterqualifikation eröffnet. Thema und Aufgabe ist es, auf Basis islamwissenschaftlicher und interkultureller Kompetenz Einblicke in das religiöse und soziale Leben in Sachsens Moscheen und Moscheegemeinden zu gewinnen und einer breiteren Öffentlichkeit zu vermitteln.

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Mitarbeitende

Die Mitarbeitenden und Lehrenden des Orientalischen Instituts wirken über die Lehre und Forschung an der Universität hinaus. Auf vielfältige Art und Weise beteiligen sie sich an gesellschaftlichen Diskussionen und setzen sich für eine tolerante und weltoffene Gesellschaft ein, an der alle Mitglieder gleichberechtigt teilhaben können. Hier stellen wir eine Auswahl des Engagements unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor.

Nachfolgend finden Sie eine Auswahl von Vorträgen, mit welchen sich unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv in aktuelle gesellschaftliche und politische Debatten eingebracht haben. Vorträge, die unsere Mitarbeitenden auf wissenschaftlichen Konferenzen gehalten haben, finden Sie auf den jeweiligen Profilseiten.

  • Wenke Krestin, 18.03.2019: „Islam in Mitteldeutschland – islamische Organisationen und Organisationsformen im Überblick“, im Rahmen der Vortragsreihe „Islam in Deutschland – Muslime unter uns“ in Meiningen, organisiert von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen und dem Bistum Erfurt.
  • Wenke Krestin (mit Frances Rohde), 09.04.2018: Vortrag „Islam- und Musliminnenfeindlichkeit in der Verwaltung“, im Rahmen der dritten Veranstaltung „Muslime in ländlichen Räumen: Wie kann Verwaltung neue Aufgaben gut meistern?“ in Leipzig, Robert Bosch Stiftung und Deutsche Kinder- und Jugendstiftung.
  • Tom Bioly, 24.04.2018: „Islamische Vielfalt in Deutschland“, Katholische Propsteigemeinde St. Trinitatis in Leipzig.
  • Wenke Krestin, 12.03.2018: „Islam in Mitteldeutschland – islamische Organisationen und Organisationsformen im Überblick“, im Rahmen der Vortragsreihe „Islam in Deutschland – Muslime unter uns“ in Mühlhausen, organisiert von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen und dem Bistum Erfurt.
  • Verena Klemm, 08.02.2018: „Muslime in Sachsen“, im Rahmen der 8. Vortragsreihe des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam (FFGI) in Frankfurt/Main.
  • Tom Bioly, 18.10.2017: „Muslime in Sachsen“, im Rahmen des KORA Forums 2017, Koordinierungs- und Beratungsstelle Radikalisierungsprävention (KORA).
  • Tom Bioly, 11.10.2017: „Islamische Vielfalt in Deutschland. Lebenswelten und religiöse Herkünfte“, im Rahmen des Evangelischen Forums Gotha, organisiert von der Evangelischen Erwachsenenbildung Thüringen.
  • Wenke Krestin, 23.09.2017: „Muslime in Sachsen“, im Rahmen der Interkulturellen Woche Leipzig.
  • Marie Hakenberg, 13.06.2017: „Musliminnen in Sachsen“, im Rahmen der Reihe „Frauen und Religion in der Geschichte Sachsens“ in Dresden, organisiert vom Frauenstadtarchiv Dresden.
  • Hans-Georg Ebert, 14.09.2016: „Islam, Scharia und säkularer Rechtsstaat“ in Gera, organisiert von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen.
  • Hans-Georg Ebert, 24.06.2016: „Die Zukunft der arabischen Welt“, an der Volkshochschule Leipzig.
  • Hans-Georg Ebert, 23.02.2016: „Der Islam und seine Rechtskultur: Ein Teil Europas?“, in Dresden, in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer Stiftung.

Mitarbeitende des Instituts sind auch als Fortbilderinnen und Fortbilder im Bereich der politischen Bildung tätig. In Fortbildungen und Workshops schulen Sie Beschäftigte verschiedenster staatlicher und privater Einrichtungen zu verschiedenen Themen.

  • Tom Bioly hält Workshops zu den Themen „Muslime in Sachsen“, „Islamische Vielfalt in Deutschland“ und „Strömungen im gegenwärtigen Islam“. Zu seiner Zielgruppe zählen neben der interessierten Öffentlichkeit in Mitteldeutschland auch Lehrerinnen und Lehrer.
  • Hans-Georg Ebert veranstaltete 2016 eine Fortbildung zum Thema „Grundzüge des islamischen Rechts“ am Sächsischen Staatsministerium der Justiz in Klaffenbach. Teilgenommen haben Richterinnen und Richter sowie Staatsanwälte des Freistaates Sachsen.
  • Marie Hakenberg hielt 2017 inhouse Fortbildungen im Ausbildungszentrum Bobritzsch zum Thema „Umgang mit muslimischen und arabischen Gefangenen“. Die Teilnehmenden sind im Justizvollzug angestellt.
  • Wenke Krestin hält Fortbildungen und Weiterbildungen zu den Themen „Einführung in den Islam“, „MuslimInnen in Deutschland“, „Vorurteilsbewusste Bildung“, „Islam und religiös begründeter Extremismus“ und „MuslimInnenfeindlichkeit“. Neben einer interessierten Öffentlichkeit in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt zählen sozialpädagogische Fachkräfte, Lehrpersonal, Polizeikräfte und Verwaltungsangestellte zu ihren Zielgruppen.
  • Eckehard Schulz hielt 2016 und 2017 Fortbildungen zum Thema „Interkulturelle Kompetenz“ in der Arbeitsagentur Leipzig.

Wenke Krestin

  • Podiumsdiskussionsteilnehmerin zum Thema „Islam in der Schule? Chancen und Hürden in der Diskussion“ während des Thementages „Wie viel Religion braucht der Osten“ am 08.05.2019, von der katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen und der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung.
  • Workshopleitung des Tagesworkshops „Islam und Gesellschaft im Klassenzimmer“ gemeinsam mit Dr. des. Anke Költsch am 24.01.2019, am Zentrum für Lehrerbildung und Schulforschung der Universität Leipzig.
  • Moderatorin des Salongesprächs zum Thema „Wir haben unsere Revolution schon gehabt“ mit der Stadtforscherin und Geographin Britta Elena Hecking im Rahmen der Reihe „Salam Deutschland“ am 23.01.2019 im Grassi Museum.
  • Teilnahme als Expertin an der politischen Diskussionsrunde „Was ist deutsch?“ am 18.01.2019 im Musikalisch-sportlichen Gymnasium der Stadt Leipzig.
  • Teilnahme als Vertreterin des Orientalischen Instituts am 10. Verbändegespräch Integration in Leipzig, 24.10.2018.
  • Teilnahme als Expertin an der zweiten Veranstaltung „Muslime in ländlichen Räumen: Wie kann Verwaltung neue Aufgaben gut meistern?“ am 06.03.2018 in Leipzig, Robert Bosch Stiftung und Deutsche Kinder- und Jugendstiftung.
  • Teilnahme als Expertin an der Auftaktveranstaltung „Muslime in ländlichen Räumen: Wie kann Verwaltung neue Aufgaben gut meistern?“ am 06.12.2017 in Leipzig, Robert Bosch Stiftung und Deutsche Kinder- und Jugendstiftung.


Tom Bioly

  • Interview zum Thema „Islamismus-Vorwürfe gegen Leipziger Moschee“, ausgestrahlt am 16.01.2019 um 20:15 Uhr, bei Exakt im MDR.
  • Interview am 04.12.2018 zum Thema „Muslime und Moscheegemeinden in Sachsen“ durch Vertreterinnen des Orient-Netzwerk e. V., ausgestrahlt am 30.12.2018, 12:00 Uhr, bei Radio Blau.
  • Teilnahme als Vertreter des Orientalischen Instituts an der Podiumsdiskussion „Muslime in Sachsen“ am 04.04.2018 in Leipzig, Friedrich-Ebert-Stiftung.


Verena Klemm

  • Einführung zum Film „Gaza Surf Club“ am 08.02.2018 im Grassimuseum Leipzig in der Reihe „Salam Deutschland – Islam im Grassi“.
  • Hans-Georg Ebert, Marie Hakenberg, Verena Klemm, 10.02.2016: Buchpräsentation „Muslime in Sachsen“ im Grassi-Museum Leipzig.


Fayçal Hamouda

  • Lesung „Muslimische Feste und Gerichte“ am 07.10.2017 im Daetz-Centrum in Lichtenstein/Sachsen.
  • Lesung und Gespräch „Muslimische Feste und Gerichte – der ultimative kleine Kulturführer für Genießer und Entdecker“, 23.03.2017, Forum Religion, Buchmesse Leipzig.
  • Hans-Georg Ebert, Fayçal Hamouda, Julia Heilen, 21.06.2016: Buchpräsentation „Islamisches Recht. Ein Lehrbuch“ im Haus des Buches Leipzig.


Hans-Georg-Ebert

  • Interview am 21.04.2017 mit der Sächsischen Zeitung in Dresden, veröffentlicht am 06./07.05.2017.
  • Hans-Georg Ebert, Fayçal Hamouda, Julia Heilen, 21.06.2016: Buchpräsentation „Islamisches Recht. Ein Lehrbuch“ im Haus des Buches Leipzig.
  • Hans-Georg Ebert, Marie Hakenberg, Verena Klemm, 10.02.2016: Buchpräsentation „Muslime in Sachsen“ im Grassi-Museum Leipzig.


Julia Heilen

  • Teilnahme als Vertreterin des Orientalischen Instituts beim Verbändegespräch der Staatsministerin Köpping: „Zuwanderung und Integration gut gestalten – den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern“ am 29.03.2017 in Dresden.
  • Hans-Georg Ebert, Fayçal Hamouda, Julia Heilen, 21.06.2016: Buchpräsentation „Islamisches Recht. Ein Lehrbuch“ im Haus des Buches Leipzig.


Marie Hakenberg

  • Hans-Georg Ebert, Marie Hakenberg, Verena Klemm, 10.02.2016: Buchpräsentation „Muslime in Sachsen“ im Grassi-Museum Leipzig.