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Neuerscheinung:

Dur versus Moll. Zur Geschichte der Semantik eines musikalischen Elementarkontrasts

hrsg. von Hans-Joachim Hinrichsen und Stefan Keym. Wien u.a.: Böhlau 2020.
560 S., 162 Notenbeispiele.

Die Polarität der beiden „Tongeschlechter“ Dur und Moll zählt zu den Grundlagen der europäischen Musik der Neuzeit. Wie kaum ein anderer Aspekt des Tonsatzes wird sie mit einer festen semantischen Konnotation verbunden. Demzufolge drückt Dur positive Gehalte aus (Freude, Triumph), Moll hingegen negative (Trauer, Tragik). Da Dur und Moll - anders als etwa einzelne Tonarten oder Modi - beim Musikhören leicht zu identifizieren sind, hat diese Konnotation die semantische Codierung und Deutung von Musik über Jahrhunderte hinweg maßgeblich geprägt.

Der Band umfasst 24 Beiträge, die überwiegend auf eine gleichnamige internationale Tagung zurückgehen, die im Herbst 2015 am Institut für Musikwissenschaft der Universität Leipzig stattfand.

Die Autorinnen und Autoren zeichnen die Geschichte der Semantik von Dur und Moll nach: von den Anfängen im 15. Jahrhundert über die systematische Etablierung des Gegensatzes im Laufe des 18. Jahrhunderts und seine vielfältigen Abstufungen im 19. Jahrhundert bis zur ambivalenten Rezeption in der Avantgarde- und Popularmusik der Gegenwart.

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