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Prof. Dr. Stefan Keym

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Professor für Musikwissenschaft, Schwerpunkt Musikgeschichte des 19.–21. Jahrhunderts, Geschäftsführender Direktor

Stefan Keym, geboren in Bremen, studierte Musikwissenschaft, Germanistik und Geschichte in Mainz, Paris und Halle, gefördert von der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Nach einer Maîtrise de musique an der Université de Paris-Sorbonne wurde er 2001 an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit einer Arbeit über Olivier Messiaens Oper Saint François d'Assise promoviert (Summa cum laude). Ab 2002 wirkte er als Wissenschaftlicher Assistent und Mitarbeiter am Institut für Musikwissenschaft der Universität Leipzig, habilitierte sich dort über den deutsch-polnischen Symphonie-Kulturtransfer im langen 19. Jahrhundert und leitete ein DFG-Projekt über die Re-Internationalisierung der Symphonik am Beispiel des Leipziger Konzert- und Verlagswesens 1835–1914. Nach Gast- und Vertretungsprofessuren an den Universitäten Tübingen, Zürich, Berlin (Humboldt) und Hamburg wurde er 2016 auf die Professur für neuere Musikgeschichte an der Université Toulouse Jean Jaurès berufen, zum Sommersemester 2019 auf die W3-Professur für historische Musikwissenschaft an der Universität Leipzig.

Forschungsschwerpunkte
Europäische Musikgeschichte (Analyse, Ästhetik, Kulturgeschichte) mit den geographischen Schwerpunkten Frankreich–Deutschland–Polen und den Spezialgebieten:
– Musik im Spannungsfeld von internationalen Kulturtransfers und Nationalismus
– Form- und Ausdrucksdramaturgien großer Instrumentalgruppen (Symphonie, Ouvertüre, symphonische Dichtung, Sonate)
– Modernes Musiktheater von Wagner bis Rihm
– Religiöse Themen in Instrumentalmusik und Oper: von Mendelssohn und Liszt bis Messiaen
– Rezeptions-, Kanon-, und Repertoireforschung (Konzerte und Musikverlage, besonders in Leipzig, Paris und Warschau)

Aktuelle Lehrveranstaltungen
V: Musiktheater im 20. Jahrhundert
S: Der Exotismus in der Musik des 19. und 20. Jahrhunderts

Gutachtertätigkeit und Mitgliedschaften
Gutachten für Agence Nationale de la Recherche (Paris), Deutsche Forschungsgemeinschaft (Bonn), Polskie Centrum Nauki (Warschau), Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der Wissenschaften (Bern), Akademie der Wissenschaften und der Künste Nordrhein-Westfalen (Düsseldorf), Oxford University Press (London)

Mitglied der wissenschaftlichen Beiträge von MGG Online, Revue de musicologie und der Tschaikowsky-Gesellschaft; 2013–2017 gewähltes Mitglied der Kommission Auslandsstudien der Gesellschaft für Musikforschung

 

Publikationen (Auswahl)

Komplettes Schriftenverzeichnis

Monographien

   Symphonie-Kulturtransfer. Untersuchungen zum Studienaufenthalt polnischer Komponisten in Deutschland und zu ihrer Auseinandersetzung mit der symphonischen Tradition 1867–1918, Hildesheim 2010.
   Farbe und Zeit. Untersuchungen zur musiktheatralen Struktur und Semantik von Olivier Messians "Saint François d'Assise", Hildesheim 2002.

Herausgeberschaften

   Dur versus Moll. Zur Geschichte der Semantik eines musikalischen Elementarkontrasts, hrsg. mit Hans-Joachim Hinrichsen, Wien u.a. 2020, 560 S.
   Zeitschrift "Musikgeschichte in Mittel- und Osteuropa. Mitteilungen der internationalen Arbeitsgemeinschaft an der Universität Leipzig", hrsg. mit Helmut Loos und Klaus-Peter Koch, Leipzig 2019ff. (ab Bd. 21).
   Reihe "Musikwissenschaftliche Publikation", hrsg. mit Herbert Schneider, Hildesheim 2016ff. (ab Bd. 46).
   Russische Musik in Westeuropa bis 1917: Ideen – Funktionen – Transfers, hrsg. mit Inga Mai Groote, München 2018.
   Wege zur Musikwissenschaft. Gründungsphasen im internationalen Vergleich, hrsg. mit Melanie Wald-Fuhrmann, Kassel 2018.
   Das Leipziger Verlagswesen. Innerstädtische Netzwerke und internationale Ausstrahlung, hrsg. mit Peter Schmitz, Hildesheim 2016.
   Motivisch-thematische Arbeit als Inbegriff der Musik? Zur Geschichte und Problematik eines "deutschen" Musikdiskurses, Hildesheim 2015 (Studien zur Geschichte der Musiktheorie 12).
   Musikgeschichte zwischen Ost und West. Von der "musica sacra" bis zur Kunstreligion. Festschrift für Helmut Loos zum 65. Geburtstag, hrsg. mit Stephan Wünsche, Leipzig 2015.
   Olivier Messiaen und die "französische Tradition", hrsg. mit Peter Jost, Köln 2013.
   "Autour de Debussy" – Debussy vor dem Hintergrund seiner Zeitgenossen, Laaber 2013 (Musiktheorie 28, Heft 1).
   Musik in Leipzig, Wien und anderen Städten im 19. und 20. Jahrhundert: Verlage – Konservatorien – Salons – Vereine – Konzerte, hrsg. mit Katrin Stöck, Leipzig 2011.
   Krysztof Penderecki. Musik im Kontext, hrsg. mit Helmut Loos, Leipzig 2006.
   Nationale Musik im 20. Jahrhundert. Kompositorische und sozialkulturelle Aspekte der Musikgeschichte zwischen Ost- und Westeuropa hrsg. mit Helmut Loos, Leipzig 2004.
   Pluralismus wider Willen? Stilistische Tendenzen in der Musik Vincent d'Indys, hrsg. mit Manuela Schwartz, Hildesheim 2002.

Lexikonartikel

   Messiaen, Olivier, in: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, 2. Auflage, Personenteil, hrsg. v. Ludwig Finscher, Bd. 12, Kassel u.a. 2004, Sp. 63–81.
   weitere Artikel in: MGG2 (Personenteil), MGG Online, hrsg. v. Laurenz Lütteken, Kassel u.a., 2016ff.; Riemann Musik Lexikon, aktualisierte Neuauflage, hrsg. v. Wolfgang Ruf, Mainz 2012; Lexikon der Oper, hrsg. v. Elisabeth Schmierer, Laaber 2002; Lexikon Schriften über Musik, Bd. 1: Musiktheorie, hrsg. v. Ullrich Scheideler u.a., Kassel 2017.
   Einleitungen/Prefaces zu: Karol Szymanowski, I. Sinfonie f-Moll op. 15 [...]; II. Sinfonie B-Dur op. 19 [...]; Hagith. Oper in 1 Aufzug [...], hrsg. v. Teresa Chylińska (Karol Szymanowski. Gesamtausgabe, Bd. 1b, 1c und 13), Wien/Krakau 2009, 2012 und 2013.

Aufsätze

   Zur Tempodramaturgie von Liszts Symphonischen Dichtungen im Licht der Gattungstradition der Ouvertüre, in: Archiv für Musikwissenschaft 77 (2020), S. 2–22.
   Austausch und "Truppenschau". Die Internationale Musikgesellschaft (1899–1914) als Forum der frühen Musikwissenschaft, in: Wege zur Musikwissenschaft. Gründungsphasen im internationalen Vergleich, hrsg. v. Melanie Wald-Fuhrmann u.a., Kassel 2018, S. 189–222 (franz. Version in: Revue de musicologie 104, Nr. 1–2 (2018), S. 739–772).
   A la recherche des ,luttes fécondes avec l'étranger'? Les compositeurs symphoniques français et l'Allemagne, 1870–1914, in: Veilles de guerre. Précurseurs politiques et culturels de la Grande guerre, hrsg. v. Vincent Chambarlhac u.a., Villeneuve d'Ascq 2018, S. 71–88.
   "Sich mit jedem Tact mehr zu verwundern, und doch mehr zu Haus zu fühlen." Zur Re-Internationalisierung der Symphonik im Leipziger Konzertrepertoire des langen 19. Jahrhunderts, in: Die Musikforschung 69 (2016), S. 318–344.
   Handlung und Stimmung – diesseits und jenseits der Sonatenform. Zu den Ouvertüren von Mendelssohn und Wagner, in: wagnerspectrum 12, Nr. 2 (2016), S. 49–77.
   Aneignung und Abgrenzung. Frankreich und "die italienische Oper" im 17. und frühen 18 Jahrhundert aus Sicht der Kulturtransferforschung, in: Musik und Vergnügen am Hohen Ufer. Fest- und Kulturtransfer zwischen Hannover und Venedig in der Frühen Neuzeit, hrsg. v. Sabine Meine u.a., Regensburg 2016, S. 219–234.
   "Kunst des Übergangs" oder "Übergangskunst"? Zur zyklischen Form vornehmlich in Carl Philipp Emanuel Bachs späteren Instrumentalwerken, in: Carl Philipp Emanuel Bach im Spannungsfeld zwischen Tradition und Aufbruch, hrsg. v. Christine Blanken u.a., Hildesheim 2016, S. 365–390.
   "Faustische Mehrdeutigkeit"? Zur Semantik von Volksbuchtext und Polystilistik in Alfred Schnittkes Faust-Kantate und -Oper, in: Faust im Wandel. Faust-Vertonungen des 19. bis 21. Jahrhunderts, hrsg. v. Panja Mücke u.a., Marburg 2015, S. 222–249.
   Musikkulturtransfer und Politisierung in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Von der Reihentechnik bis zu Jazz und Rock'n'Roll, in: Entgrenzte Welt? Musik und Kulturtransfer, hrsg. v. Jin-Ah Kim u.a., Berlin 2014, S. 151–184.
   Herrschaftssymbolik, Gattungskontext und Personalstil: Zur französischen Ouvertüre bei Lully und Händel, in: Händel-Jahrbuch 60 (2014), S. 317–334.
   Germanozentrik versus Internationalisierung? Zum Werk- und Deutungskanon des "zweiten Zeitalters der Symphonie", in: Der Kanon der Musik: Theorie und Geschichte. Ein Handbuch, hrsg. v. Klaus Pietschmann u.a., München 2013, S. 482–517.
   Neue Musik als "retour au gothique"? Claude Debussy und Vincent d'Indy – von der "Pelléas"-Premiere bis zur Versenkung der "cathédrale sonore", in: Musiktheorie 28 (2013), S. 3–20.
   Ein Heldenleben sub specie aeternitatis? Zum Verhältnis von heroischem und religiösem Aspekt in Franz Liszts "Les Préludes", in: Kirchenmusikalisches Jahrbuch 97 (2013), S. 117–132.
   Vom "revolutionären Te Deum" zur "Marseiller Hymne der Reformation". Politische und religiöse Liedzitate in der Instrumentalmusik des 19. Jahrhunderts, in: Die Musikforschung 65 (2012), S. 338–367.
   The Tradition of "per aspera ad astra" in Polish Symphonic Music from Zygmunt Noskowski to Karol Szymanowski, in: Muzyka 54 (2009), Nr. 3–4, S. 21–44.
Franz Liszt und die Ästhetik der französischen Gregorianik-Renaissance, in: Liszt und Europa, hrsg. v. Detlef Altenburg u.a., Laaber 2008, S. 99–112.
   Von Carl Philipp Emanuel Bach zu Felix Mendelssohn Bartholdy: Zur nord- und mitteldeutschen Instrumentalmusiktradition im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert, in: "Zu groß, zu unerreichbar". Bach-Rezeption im Zeitalter Mendelssohns und Schumanns, hrsg. v. Anselm Hartinger u.a., Wiesbaden u.a. 2007, S. 209–235.
   "The Art of the Most Intensive Contrast". Olivier Messiaen's Mosaic Form up to Its Apotheosis in "Saint François d'Assise", in: Messiaen Studies, hrsg. v. Robert Sholl, Cambridge 2007, S. 188–205.
   César Francks Violinsonate und ihre Stellung in der Geschichte der zyklischen Sonate, in: César Franck. Werk und Rezeption, hrsg. v. Peter Jost, Stuttgart 2004, S. 112–130.
 Zum Zusammenhang zwischen Farben und Dreiklangskomponenten der "speziellen Akkorde" Olivier Messiaens, in: Musiktheorie 19 (2004), S. 249–256.
   "L'unité dans la variété". Vincent d'Indy und das zyklische Prinzip, in: Musiktheorie 13 (1998), S. 223–241.

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