Forschung  

BMBF-Forschungsprojekt TASTEN

In einem weltweit einmaligen, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Digitalisierungsprojekt werden von 2018 bis 2020 zwei Bestandsgruppen des Musikinstrumentenmuseums der Universität Leipzig in völlig neuartiger Weise erschlossen.

Die Tonvorräte der 36 wertvollsten Tasteninstrumente werden digitalisiert, ggf. emuliert und open access in verschiedenen Stimmungen und Tonsystemen interaktiv zugänglich gemacht. Außerdem werden die Instrumente in innovativer Weise in Maßreihen-Matrizen erfasst und fotografisch dokumentiert.

Die zweite Bestandsgruppe, die umfangreiche Sammlung von Toninformationsträgern aus dem Bestand des Musikinstrumentenmuseums, stellt eine bedeutende Quelle nicht nur für Aufführungspraxis und Interpretationsforschung dar, sondern eröffnet ein weites Feld an kulturwissenschaftlichen und medienhistorischen Forschungsfragen. Die Digitalisierung von 3200 Notenrollen und ihre Erschließung erfolgt in fächerübergreifender Zusammenarbeit mit der Abteilung für Bild- und Signalverarbeitung des Instituts für Informatik der Universität Leipzig.

Das Forschunsprojekt TASTEN bietet über die Exploration von Einzelobjekten hinaus auch vergleichende Distant Reading Visualisierungen – dies ist ein Meilenstein in der Forschungsgeschichte des musikwissenschaftlichen Instituts.

Internationale Beachtung fand das Projekt in einem ersten, in Leipzig abgehaltenen Global Piano Roll Meeting mit über 40 Teilnehmern aus elf Ländern (Juli 2018) und beim jährlichen Treffen des International Comittee of Museums and Collections of Instruments and Music (CIMCIM) in Wuhan und Shanghai, China (September 2018). Hier konnte das Forschungsteam wichtige Impulse für die wissenschaftliche Erschließung ähnlicher Bestände an anderen Institutionen geben.

Organologie und Digital Humanities

Das Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig vernüpft verschiedene Forschungsprojekte der Objektforschung, der Instrumentenkunde und der Digital Humanities in innovativer Weise.

In interdisziplinären Verbünden mit internationalen Wissenschaftseinrichtungen entstehen fortlaufend Qualifikationsarbeiten, Publikationen, Museumsprojekte und Forschungsvorhaben. Dazu gehören etwa das EU-Projekt READ (seit 2016), das Lexikonprojekt BMLO (seit 2015) oder das DFG-Projekt MUSICES (2014–2018).

Edvard-Grieg-Forschungsstelle

Die Edvard-Grieg-Forschungsstelle wurde 1995 an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster gegründet. Nach der Emeritierung ihres ersten Direktors, Prof. Dr. Ekkehard Kreft, kam sie unter das akademische Dach der Universität der Künste Berlin. Die Wiedereröffnung fand im Januar 2006 statt, die Leitung übernahm der Musikwissenschaftler Prof. Dr. Patrick Dinslage. Mit ihm als Direktor fand die Forschungsstelle im Februar 2016 eine neue Heimat an der Universität Leipzig im Institut für Musikwissenschaft. Sie ist durch eine satzungsgemäße Kooperation mit der Grieg-Begegnungsstätte Leipzig e. V. verbunden.

Die Edvard-Grieg-Forschungsstelle steht in engem fachlichen Kontakt mit dem Zentrum für Grieg-Forschung an der Universität Bergen und dem Institut für Musikwissenschaft der Universität Oslo. Zu den zahlreichen musikologischen Betrachtungen mit einer West-Ost-Perspektive soll sie mit ihrem musikwissenschaftlichen Nord-Süd-Dialog einen bewussten Kontrapunkt bilden. Zu den Aufgaben der Edvard-Grieg-Forschungsstelle gehören die Darstellung von Leben und Werk des bekanntesten norwegischen Komponisten Edvard Grieg und die Weiterentwicklung der Forschung über ihn. Die Ergebnisse dieser Arbeit gehen direkt in die Erweiterung und Bereicherung des Lehrangebots für die Studierenden ein.

Zugang zur Forschungsdatenbank

Über alle abgeschlossenen und laufenden Forschungsprojekte sowie Publikationen am Institut und den assoziierten Forschungseinrichtungen informiert die Forschungsdatenbank der Universität Leipzig.


letzte Änderung: 29.09.2018 

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