Institut für  Kunstgeschichte  

Lehrbeauftragte

Dr. Simone Tübbecke

Sachbearb. f. Öffentlichkeitsarbeit an der
Kustodie der Universität Leipzig
Goethestr. 2  (Kroch-Hochhaus),  04109 Leipzig

E-Mail: simone.tuebbecke(at)uni-leipzig.de

Lehrveranstaltung

Seminar
gemeinsam mit Frau Prof. Nadja Horsch

Donnerstag  13 Uhr  WMH 5/14

Masterstudiengang
03-KUG-0502.SE01

„Gärten und öffentliche Spaziergänge“: Bürgerliche Gartenkultur in Leipzig, 18. und 19. Jahrhundert.

Die Leipziger Gärten wurden im 18. und 19. Jahrhundert weit über die Landesgrenzen hinaus gerühmt. Im Bereich der ehemaligen Befestigungsanlagen, angrenzend an die Stadtmauern, waren ab Ende des 17. Jhs. prächtige barocke Gartenanlagen entstanden, die sich wie ein grüner Gürtel um die Stadt legten. Neben den berühmtesten und größten – dem Großbosischen, Kleinbosischen und Apels Garten – existierten zahlreiche weitere kleinere Bürgergärten. Die bürgerliche Gartenkultur war in dieser Ausprägung einzigartig in Deutschland.  In den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts gehörte Leipzig zu den ersten Städten, in denen bürgerliche Landschaftsgärten angelegt und Gartendenkmäler errichtet wurden. Im gleichen Zeitraum setzte mit dem Abbruch der Befestigungsanlagen eine Schwerpunktverlagerung in der Gartenkultur ein: Während die Barockgärten nach und nach neuen Nutzungen zugeführt wurden oder der Stadterweiterung zum Opfer fielen, wurde der ehemalige Befestigungsring schrittweise zu einem städtischen Landschaftsgarten gestaltet. Bedeutende private Anlagen entstanden weiterhin auf den umliegenden Rittergütern, beispielsweise in Lützschena. Im Wintersemester soll die Entstehung dieser Leipziger Gartenkultur, die Interaktion der Akteure innerhalb der bürgerlichen Netzwerke und die weitere Entwicklung der Gärten (bis zu ihrem durch den Bauboom des 19. Jahrhunderts verursachten Ende) sowie die Entstehung der Stadtparks beleuchtet werden. Eine weitere Fragestellung betrifft die Vermittlung der Leipziger Gärten in zeitgenössischen Medien (Grundrisspläne, Gartenansichten in Zeichnungen, Kupferstichen, Radierungen, Gartenbeschreibungen in Büchern, Gedichte etc.). Grundlage der Forschungsarbeit bildet die Auswertung der Bestände der Kustodie, der Universitätsbibliothek, des Stadtgeschichtlichen Museums und des Stadtarchivs durch die TeilnehmerInnen; in der Auseinandersetzung mit aktuellen Methoden der Gartenkunstgeschichte werden die erzielten Ergebnisse fortlaufend im Seminar diskutiert.Die Forschungsergebnisse des Wintersemesters sollen in eine Publikation einfließen, die im zweiten Teil des Moduls im Sommersemester 2018 erarbeitet wird. Dabei sollen im Sinne der berufsrelevanten Qualifizierung alle Schritte der Erstellung einer Publikation – Zielgruppenbestimmung, inhaltliche Konzeption und Zeitplanung, Grafik und Layout, Bildbeschaffung und -rechteklärung, Bild- und Textredaktion, Lektorat, Korrekturschleifen, Endredaktion –durchlaufen werden. Die Publikation soll im Rahmen einer öffentlichkeitswirksamen Veranstaltung vorgestellt werden.

Literatur:  Schweizer, Stefan; Winter, Sascha (Hg.): Gartenkunst in Deutschland. Von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart. Regensburg 2012. Ausst.-Kat. 2016 Tavernier, Ludwig: "Nur das Grosse kann wirken": die Entfestigung der Messestadt Leipzig im Zeitalter des Klassizismus. In: Wiegels, Rainer /Woesler, Winfried (Hg.): Antike neu entdeckt. Aspekte der Antike-Rezeption im 18. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der Osnabrücker Region, Kolloquium Osnabrück, 16.- 18 Februar 2000, Möhnesee 2002, S. 273-295.

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letzte Änderung: 02.07.2019