Institut für Indologie und Zentralasien- wissenschaften  

Forschungsprojekt 'Jitāri'

Forschungsprojekt finanziert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Dauer 2 Jahre, Beginn: 1.6.2011

Projektleiter: Prof. Dr. Eli Franco
wiss. Mitarbeiter: Dr. Junjie Chu


Jitāri: Eine kritische Ausgabe, Übersetzung und historisch-philosophische Studie auf der Grundlage einer neuen Handschrift aus dem China Tibetology Research Center (Beijing)

Es ist seit längerer Zeit bekannt, dass viele seltene Sanskrit-Manuskripte in Lhasa erhalten sind. 1961 wurde eine Sammlung von 250 Manuskripen an die Bibliothek des Palasts der Nationalen Minderheiten in Beijing übersandt. Ein großer Teil der Manuskripte wurde 1993 an Lhasa zurückgegeben, 1987 sind sie jedoch fotokopiert und mikrofilmiert worden. Diese Fotokopien und Mikrofilme werden im China Tibetology Research Center (CTRC) in Beijing aufbewahrt. Eine unlängst geschlossene Vereinbarung zwischen dem CTRC und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hat bereits zwei bedeutende Publikationen ermöglicht: Jenendrabuddhi’s Pramāṇasamuccayaṭīkā (ch. 1) und Dharmakīrti’s Pramāṇaviniścaya (ch. 1 & 2). (siehe auch Steinkellner 2004, Franco 2006). Weitere Veröffentlichungen auf der Grundlage dieser wertvollen Materialien sind in Vorbereitung. Dennoch unterliegt der Zugang zu diesen seltenen Dokumenten außerordentlich strengen Beschränkungen. Wir (mein Mitarbeiter Dr. Chu und ich) haben das große Glück, Zugang zu einem größeren Manuskript gewährt zu bekommen (218 Blätter, siehe auch den Bericht im Anhang 2), das mehrere Werke des Philosophen Jitāri (ca. A.D. 940-980) enthält, von denen einige bisher völlig unbekannt waren. Jitāri ist ein bedeutender buddhistischer Philosoph, der in der späteren geschichtlichen Periode der südasiatischen buddhistischen Philosophie einen bedeutenden Einfluss gehabt hat. Dennoch war unser Wissen über Jitāri bis in die jüngste Zeit hinein sehr begrenzt. Bei der vorbereitenden Lektüre von Teilen des Manuskripts konnte festgestellt werden, dass mindestens elf Werke in diesem Manuskript enthalten sind:

  1. Jātinirākti
  2. Sāmānyanirārkṛti
  3. Īśvaravādimataparīkṣā
  4. Avayavinirākaraṇa
  5. Vedaprāmāṇyanirākṛti
  6. Vijñaptimātratāsasiddhi
  7. Apohasiddhi
  8. Kṣaṇabhaṅgasiddhi
  9. Dvijātidūṣaṇa
  10. Bhāvikāraṇavāda
  11. Śrutikartṛsiddhi

Der Wert dieser seit Kurzem zugänglichen Materialien kann nicht überschätzt werden. Sie werden unser Wissen nicht nur über Jitāris Gedankenwelt, sondern auch über seine historische und philosophische Beziehung zu anderen Autoren bedeutend bereichern. Sie werden uns zu einem besseren Verständnis der späteren Periode der buddhistischen Philosophie in Südasien verhelfen. Das Ziel des Projekts ist es, einen Gesamtüberblick über das Manuskript zu erarbeiten, kritische Editionen und Übersetzungen einiger der oben aufgeführten Abhandlungen und eine historisch-philosophische Untersuchung anzufertigen.


letzte Änderung: 05.03.2019 

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