Historisches Seminar 

Der Lehrstuhl für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte vertritt das Fach in Forschung und Lehre in seiner ganzen thematischen und periodischen Breite, d.h. von der Antike bis in die Moderne, prinzipiell auf allen Erdteilen, aber mit Schwerpunkt auf Europa in der vorindustriellen Zeit.

Spezifische Themenschwerpunkte sind:

  • Handelsgeschichte Europas in der vorindustriellen Zeit
  • Geschichte des internationalen Zahlungsverkehrs bis 1914
  • Geld- und Währungsgeschichte des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation
  • Preis- und Lohngeschichte Mitteldeutschlands in der Frühen Neuzeit
  • Oberdeutsche Familienunternehmen und ihre Geschäftsstrategien in vorindustrieller Zeit
  • Geschichte der Messen, Banken, Börsen, Weltausstellungen und Handelskammern
  • Die Entwicklung der Seeversicherung (Mittelalter bis 19. Jahrhundert)

Manche Zeitgenossen – viele „Prof(i)s“ eingeschlossen – fragen sich: „womit befassen sich Wirtschaftshistoriker eigentlich?“ Über eine Antwort ringen die einschlägigen Lehrbücher, und abhängig davon, wen oder was Sie konsultieren, werden die Antworten unterschiedlich ausfallen. Willkommen im Club der Geschichtswissenschaften. Allein über den Begriff der "Wissenschaft" könnte man streiten, denn anders als die Naturwissenschaften arbeiten wir weder mit Gesetzmäßigkeiten, noch mit technisch messbaren und genau auf bestimmte Faktoren zu reduzierenden Ursache-Wirkung-Abläufen. Beweisen können wir nichts! Allerdings können wir historische Sachverhalte belegen, sowie durch die Erhebung empirischer Daten in langen Reihen untermauern und absichern, etwa über Preise, Löhne, Bevölkerungszahlen, Importe und Exporte. Ihre Verarbeitung geschieht mithilfe grundlegender statistischer Verfahren und Anwendungen wie spreadsheets (z.B. MS Excel ®) oder Datenbankprogrammen (z.B. SPSS ®); insofern arbeiten wir tatsächlich häufig „exakter“ als andere historische Disziplinen; immer streng empirisch und quellenbasiert.

Grundsätzlich untersuchen wir die materiellen Bedingungen menschlichen Handelns. Zu unseren Quellen gehören nicht nur Kurszettel, Wechselkurse, Preiskuranten, Lohnserien, sondern auch religiöse Flugschriften der Reformationszeit, Zeitungen, Urkunden, Akten, Artefakte wie Münzen und vieles mehr.

Weitere Arbeitsschwerpunkte unserer Mitarbeiter umfassen so unterschiedliche Themenbereiche wie die Geschichte des Magdeburger Pfennigs, Oberdeutsche Familienunternehmen im 15. und 16. Jahrhundert, die Repräsentation der sächsischen Herrscher auf den Leipziger Messen im 18. Jahrhundert, die Geschichte des Finanzmarktes Leipzigs (15.-18. Jh.), die Geschichte der Bozner Messen in der Frühen Neuzeit, Kolonialausstellungen im Kaiserreich und den USA im 19. Jahrhundert, die Geschichte der Handelskammer Leipzig im 19. und 20. Jahrhundert etc. etc.

Der Lehrstuhl ist auf allen wichtigen internationalen Kongressen vertreten, zuletzt dem World Economic History Congress (WEHC, Utrecht 2009 und Stellenbosch/South Africa 2012) und dem International Congress of Historical Sciences (ICHS, Amsterdam 2010). Es bestehen regelmäßige Arbeitskontakte zu zahlreichen internationalen Forschungseinrichtungen, etwa der University of Edinburgh (GB) oder der Freien Universität Bozen/Bolzano (Italien), sowie zum Forschungsinstitut zur Geschichte des Alpenraums (CH-Brig).


letzte Änderung: 11.05.2015 

Kontakt

Katja Wöhner

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Mittwoch:     10:00 - 12:30 Uhr
Donnerstag  12:30 - 15:30 Uhr

 

weitere Informationen

Bei Interesse an einer B.A.- oder M.A.-Arbeit im Fach Sozial- und Wirtschaftsgeschichte wenden sie sich bitte an Prof. Denzel oder das Sowiteam.