Historisches Seminar 

Cornelia Neustadt: Kommunikation im Konflikt

 

Neustadt, Cornelia: Kommunikation im Konflikt. König Erik VII. von Dänemark und die Städte im südlichen Ostseeraum (1423-1435), Berlin/Boston 2019 (Europa im Mittelalter, 32), 540 S.

Dieser Band widmet sich der Kommunikation in einem Konflikt aus der Perspektive ihrer Quellen. Maßgebliche Gegenparteien sind Erich von Pommern als König von Dänemark, Norwegen und Schweden sowie die Städte Lübeck, Hamburg, Stralsund, Rostock, Wismar und Lüneburg; den zeitlichen Rahmen bilden die Jahre 1423 bis 1435.

Aufbauend auf einer Geschichte und Analyse der Archivbestände zu diesen Auseinandersetzungen werden drei Komplexe der Kommunikation vorgestellt: Die Entstehung und Wirkungsgeschichte eines Bündnisvertrages, der Tosate von 1423, der den grundsätzlichen Interessensgegensatz der Parteien demonstriert; einer erfolglosen Friedensmission der Jahre 1427/1428, die ungeheure Mengen an Schriftlichkeit produzierte, grundsätzlich aber an der Verweigerung von Schriftlichkeit scheiterte; und schließlich die Verhandlungen der Jahre 1428 bis 1434.

Das Buch verknüpft die Methoden der Historischen Grundwissenschaften, die nach den Formen der Schriftzeugnisse, den damit verbundenen Bedeutungen und Funktionen fragt, mit den weitergehenden Dimensionen von Kommunikation als Wechselspiel von Informationsaustausch, Strategie, Inszenierung und Verständigungswillen

Zum Verlag

Originale – Fälschungen – Kopien. Kaiser- und Königsurkunden für Empfänger in „Deutschland“ und „Italien“ (9.–11. Jahrhundert) und ihre Nachwirkungen im Hoch- und Spätmittelalter (bis ca. 1500)

Titel EMA29

 

D'Acunto, N./Huschner, W./Roebert, S., Originale – Fälschungen – Kopien. Kaiser- und Königsurkunden für Empfänger in „Deutschland“ und „Italien“ (9.–11. Jahrhundert) und ihre Nachwirkungen im Hoch- und Spätmittelalter (bis ca. 1500) / Originali – Falsi – Copie. Documenti imperiali e regi per destinatari tedeschi e italiani (secc. IX–XI) e i loro effetti nel Medioevo e nella prima età moderna (fino al 1500 circa) (Italia Regia. Fonti e ricerche per la storia medievale 3), Leipzig-Karlsruhe 2017, 332 S.

Die Union zwischen dem ostfränkischen und dem italienischen Regnum bildete seit 962 den Kern des westlichen hochmittelalterlichen Imperiums. Das nord- und das südalpine Regnum wurden nicht nur in Personalunion regiert, sondern waren auch durch vielgestaltige personale Verbindungen auf der Ebene der sozialen Führungsgruppen (u. a. Versammlungen der Herrscher mit nord- und südalpinen Großen an Orten diesseits und jenseits der Alpen, „gemischte“ Personalstrukturen am Herrscherhof, Besetzungen von Bistümern in Italien mit nordalpinen Geistlichen und manchmal umgekehrt) miteinander verzahnt. Für die Untersuchung der verschiedenen Integrationsgrade der regionalen geistlichen und weltlichen Großen in die Binnensphäre der Kaiser- und Königsherrschaft stellen die Herrscherurkunden (Diplome) die wichtigste Quellengruppe dar. Sie sind rechtliche, politische und exklusive Dokumente, integriert in die üblichen mündlichen und demonstrativen Kommunikationsformen zwischen den Großen und dem Herrscher.

In diesem Band liegt der Fokus auf dem Vergleich der aktuellen Relevanz und der Nachwirkung von Originaldiplomen für nord- und für südalpine Destinatäre. Die Relationen zwischen Originalen, Fälschungen, beglaubigten Abschriften und Kopialbüchern wurden bisher nicht eigens erforscht. Dazu soll dieser Band grundlegende Anregungen liefern.

Zum Verlag
Zur Projektseite

Europäische Herrscher und die Toskana im Spiegel der urkundlichen Überlieferung (800-1100)

 

Ghighnoli, A./Huschner, W./Jaros, M., Europäische Herrscher und die Toskana im Spiegel der urkundlichen Überlieferung (800-1100) (Italia Regia. Fonti e ricerche per la storia medievale 1), Leipzig-Karlsruhe 2016, 272 S.

Mittelalterliche Herrscherurkunden sind nicht länger als bloße Rechtsdokumente, sondern vielmehr als hochkomplexe Medien zu betrachten. In ihnen spiegeln sich die Beziehungen der Eliten wider und werden im Text sowie grafisch zum Ausdruck gebracht. Das Datenbankprojekt „Italia Regia“ erfaßt systematisch die Herrscherurkunden des 7. bis 11. Jahrhunderts für Empfänger im Regnum Italiae nach diesen Aspekten. Mit dem vorliegenden Sammelband, in dem die Beiträge der Tagung „Europäische Herrscher und die Toskana im Spiegel der urkundlichen Überlieferung“ zusammengefaßt sind, wird die gleichnamige Reihe eingeführt. In ihr sollen die Ergebnisse zu den Forschungen über
die einzelnen Regionen veröffentlicht werden.

Der vorliegende Band stellt unter anderem das Projekt näher vor und vereint daneben Einzelstudien von französischen, italienischen und deutschen Autoren zu Urkundenempfängern in der Toskana.
Außerdem werden bislang unbekannte Überlieferungsträger ediert und in Abbildung veröffentlicht.

Zum Verlag
Zur Projektseite
Rezension auf H-Soz-Kult

Mecklenburgisches Klosterbuch

mecklenburgisches-klosterbuch-handbuch-der-kloester-stifte-kommenden-und-prioreien-1011-16-jahrhundert.jpg

 

Huschner, W./Münch, E./Neustadt, C./Wagner, W., Mecklenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte, Kommenden und Prioreien (10./11.-16. Jh.), Rostock 2016, 2 Bde., 1424 S.

Ein umfassendes wissenschaftliches Handbuch in zwei Bänden – und zugleich eine Zeitreise der spannenden Art: Die Klöster und Stifte Mecklenburgs waren über viele Jahrhunderte religiöse, wirtschaftliche und soziale Zentren der Region; von ihnen gingen prägende kulturelle Einflüsse aus, die noch heute ihre Auswirkungen haben. Die beiden Bände widmen sich ausführlich insgesamt 43 Anlagen, die alle zwischen dem 10. und 16. Jahrhundert gegründet wurden. Neben allgemeinen Informationen wie Ordenszugehörigkeit und Topografie werden wichtige Fragen nach dem neuesten Forschungsstand beantwortet: Geschichte bis zur Säkularisation und Nachnutzung, Verfassungsordnung, Besitzgeschichte und Wirtschaftsordnung, religiöses und spirituelles Wirken, gesellschaftlicher Einfluss, Bau- und Kunstgeschichte, Siegel, Archivalien, Dokumentationen und gedruckte Quellen sowie weiterführende Literatur. Das Standardwerk wird durch umfangreiches Bild- und Kartenmaterial ergänzt.

Zum Verlag
Zur Projektseite
Rezension auf H-Soz-Kult


letzte Änderung: 04.12.2018 

Monika Jäger

Monika Jäger

Historisches Seminar
Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte
Beethovenstraße 15
04107 Leipzig
Sekretariat
Raum 4.209

Telefon: +49 341 97 37080
Telefax: +49 341 97 37089
E-Mail