Historisches Seminar 

Historische Grundwissenschaften

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Plakat zur studentischen Paläographie-Ausstellung 2015 (siehe I. Paläographie)

Auf dieser Seite finden Sie Informationen, Literaturhinweise und Links zu den verschiedenen Historischen Grundwissenschaften.

I. Paläographie

II. Diplomatik

III. Chronologie

IV. Kodikologie

V. Sphragistik

VI. Numismatik

VII. Heraldik

VIII. Epigraphik

IX. Archivkunde

X. Historische Geographie

XI. Archäologie des Mittelalters

Allgemeine Literatur zu den Historischen Grundwissenschaften:

von Brandt, Ahasver, Werkzeug des Historikers, Stuttgart 162003.

Beck, Friedrich/ Henning, Eckart (Hg.), Die archivalischen Quellen. Mit einer Einführung in die Historischen Hilfswissenschaften, Köln et al. 42004.

Goetz, Hans-Werner, Proseminar Geschichte: Mittelalter, Stuttgart 52006.

Kümper, Hiram, Materialwissenschaft Mediävistik. Eine Einführung in die Historischen Hilfswissenschaften, Paderborn 2014.

Rohr, Christian, Historische Hilfswissenschaften. Eine Einführung, Wien et al. 2015.

Allgemeine Links:

Prof. Frenz (Universität Passau) - Prof. em. Thomas Frenz bietet auf seiner Seite eine umfangreiche Auswahl an Materialien zu verschiedenen Grundwissenschaften. Dazu gehören Bibliographien, Tutorien, Paläographie-Leseübungen und Powerpoints. Der Schwerpunkt liegt auf der Diplomatik.

Tutorium Mittelalterliche Geschichte - Auf den Seiten der Universität Tübingen gibt es ein schön gestaltetes Online-Tutorium zur Mittelalterlichen Geschichte mit einem großen grundwissenschaftlichen Anteil.

Paläographie

01 Fragm. lat. 430
Späte Unzialschrift (um 700), Universitätsbibliothek Leipzig, fragm. lat. 430 (ausgestellt und beschrieben für die Ausstellung "Das kann doch kein Schwein lesen")

Es gibt soviele Handschriften wie es Menschen gibt. Diese Binsenweisheit kennt jeder, der schon einmal versucht hat, die Urlaubspostkarte der Großeltern zu entziffern. Die Paläographie ist die Wissenschaft hinter dem Rätselraten. Für den Geltungsbereich des lateinischen Alphabets deckt sie einen Zeitraum von der antiken römischen Capitalis über die Unzialschriften, die karolingischen und gotischen Minuskeln des Mittelalters zu den Kurrentschriften der Neuzeit hin zum Sütterlin des frühen 20. Jahrhunderts und den heutigen Individualschriften ab. Sie ist damit Handwerkszeug und wissenschaftliches Beweismittel in einem und unentbehrlich für die Datierung, Lokalisierung und Kontextualisierung von Originalquellen aller Epochen.

Einführende Literatur:

Bischoff, Bernhard, Paläographie des römischen Altertums und des abendländischen Mittelalters (Grundlagen der Germanistik 24), Berlin 42009.

von Boeselager, Elke Freifrau, Schriftkunde. Basiswissen (Hahnsche Historische Hilfswissenschaften 1), Hannover 2004.

Schneider, Karin, Paläographie und Handschriftenkunde für Germanisten, Tübingen 2009.

Nützliche Links (letzter Zugriff jeweils am 04.05.2016):

"Das kann doch kein Schwein lesen" - Im Sommersemester 2015 erstellten Studierende der Historischen Hilfswissenschaften gemeinsam mit MitarbeiterInnen der Handschriftensammlung der Universitätsbibliothek Leipzig die Kabinettsausstellung "Das kann doch kein Schwein lesen" - Schriften Europas im Mittelalter. Der begleitende Internetauftritt bietet Abbildungen und detaillerte paläographische Beschreibungen der Exponate sowie ein kleines paläographisches Glossar.

Bibliographie - Ausführliche Bibliographie zur Paläographie im Allgemeinen und einzelnen Schriftformen im Speziellen (erstellt von Prof. em. Thomas Frenz, Universität Passau).

Paläographisches Lesetraining - Prof. em. Thomas Frenz (Universität Passau) bietet auf seinen Seiten auch ein Lesetraining, bei dem anhand verschiedener Schriftbeispiele die Fähigkeiten in Paläographie trainiert werden können.

Paläographie Online - E-Learning-Kurs zur lateinischen Paläographie der Antike und des Mittelalters, bei dem auch die Möglichkeit eines Zertifikats besteht.

Abbreviationes - Abbreviationes Online bietet eine Datenbank mit verschiedenen Suchfunktionen zu den Abkürzungen mittelalterlicher Schriftformen.

Diplomatik

Im Gegensatz zur Neuzeit, dem Aktenzeitalter, gilt das Mittelalter häufig als Urkundenzeitalter. Die Diplomatik, die Wissenschaft von ihrer Erforschung gehört damit zu den ältesten und wichtigsten unter den Historischen Grundwissenschaften.

Einführende Literatur

Bresslau, Harry, Handbuch der Urkundenlehre für Deutschland und Italien, Bd. 1–2/1, Leipzig 21912-1915, Bd. 2/2 aus dem Nachlaß hg. von Hans-Walter Klewitz, Berlin/Leipzig 1931, (ND: Berlin 1968/1969), Registerband hg. v. Hans Schulze, Berlin/Leipzig 1960).

Frenz, Thomas, Papsturkunden des Mittelalters und der Neuzeit (Historische Grundwissenschaften in Einzeldarstellungen), Stuttgart 22000.

Vogtherr, Thomas, Urkundenlehre. Basiswissen (Hahnsche Historische Hilfswissenschaften 3), Hannover 2008.

Chronologie

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Seite aus einem gotischen Kalendar (14. Jh., Metz), Universitätsbibliothek Leipzig, Ms 1551

Sie haben sich schon immer gefragt, warum man in Russland von der Oktober-, in Deutschland aber von der Novemberrevolution spricht? Oder warum es Schaltjahre gibt? Dann ist die Chronologie, die Lehre von der Zeitrechnung Ihre Wissenschaft. Sie behandelt zum einen die astronomischen Grundlagen der Zeitrechnung und zum anderen deren praktische Umsetzung in Form von Kalendern, Datumsangaben und Festtagen in verschiedenen Kulturen und historischen Epochen. 

Einführende Literatur:

von den Brincken, Anna-Dorothee, Historische Chronologie des Abendlandes, Stuttgart et al. 2000.

Grotefend, Hermann, Taschenbuch der Zeitrechnung, Hannover, 142007.

Nützliche Links (letzter Zugriff jeweils 04.05.2016):

Grotefend Online - Digitalisierte Fassung des Klassikers der Chronologie. Praktisch, wenn man die gedruckte Fassung mal nicht dabei hat.

Grotefend Online Datumsrechner - Ein nützliches Programm zur Berechnung verschiedener Datierungen, Jahre und Festtage.

Astronomisches Kalenderwesen - Eine knappe Einführung in die astronomischen Grundlagen verschiedener Kalenderformen bietet das Münchner Astroarchiv.

Kodikologie

Das mittelalterliche Buch wird auch als Codex bezeichnet und die Kodikologie ist die Wissenschaft seiner Erforschung. SIe beschäftigt sich mit der materiellen Erscheinungsform mittelalterlicher Texte in Buchform, mit Buchmalereien, Beschreibstoffen, Buchbindungen, Wasserzeichen und Einbänden.

Einführende Literatur:

Jakobi-Mirwald, Christine, Buchmalerei. Terminologie in der Kunstgeschichte, Berlin 42015.

Kluge, Mathias, Handschriften des Mittelalters. Grundwissen Kodikologie und Paläographie, Ostfildern 2014.

Schneider, Karin, Paläographie und Handschriftenkunde für Germanisten, Tübingen 22009.

Nützliche Links (letzter Zugriff jeweils 04.05.2016):

WZIS - Das Wasserzeicheninformationssystem bietet eine Metadatenbank diverser Wasserzeichenkataloge sowie verschiedene Suchmöglichkeiten zur Identifikation von Wasserzeichen.

Manuscripta Mediaevalia - Die größte deutsche Handschriftendatenbank bietet digitalisierte Handschriften sowie Handschriftenbeschreibungen vorwiegend von Beständen aus deutschen Bibliotheken.

Sphragistik

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Ausstellungsplakat zur Ausstellung "Der höchste Sinn im engsten Raum"

Die Sphragisitk ist die Lehre von den Siegeln.

Einführende Literatur:

Posse, Otto, Die Siegel der deutschen Kaiser und Könige, Dresden 1913 (Online, 07.05.16).

Stieldorf, Andrea, Siegelkunde. Basiswissen (Hahnsche Historische Hilfswissenschaften 2), Hannover 2004.

Nützliche Links (letzter Zugriff jeweils 04.05.2016):

"Der höchste Sinn im engsten Raum" - Gemeinsam mit den Sondersammlungen der Universitätsbibliothek Leipzig gestalteten Studierende die Kabinettsausstellungen zum Thema Münzen, Siegel, Wappen. Auf den Seiten finden sich ausführliche Beschreibungen und Abbildungen der einzelnen Exponate sowie weiterführende Informationen.

Einführung in die Sphragistik - Eine knappe Einführung auf den Seiten der LMU München.

Numismatik

Geld und insbesondere Münzen bieten Historikern und Archäologen wichtige Anhaltspunkte zur Wirtschaftsgeschichte fast aller Epochen. Darüber hinaus sind sie vor allem in quellenarmen Zeiten unschätzbare Auskünfte über Repräsentation und herrschaftliches Selbstverständnis. Die Wissenschaft von den Münzen wird Numismatik genannt. Die studentische Ausstellung "Der höchste Sinn im engsten Raum" beschäftigte sich auch mit Münzen (siehe Sphragistik und Heraldik).

 

 

 

Einführende Literatur:

Klüßendorf, Niklot, Münzkunde. Basiswissen (Hahnsche Historische Hilfswissenschaften 5), Hannover 2009.

Kluge, Bernd, Münze und Geld im Mittelalter. Eine numismatische Skizze, Frankfurt a. M. 2004.

Kluge, Bernd, Numismatik des Mittelalters, Bd. 1: Handbuch und Thesaurus Nummorum Medii Aevi (Veröffentlichungen der numismatischen Kommission 45), Wien 2007.

Nützliche Links (letzter Zugriff jeweils 04.05.2016):

Numismatische Bibliographie - Umfangreiche numismatische Bibliographie von Hendrik Mäkeler.

Medieval & Modern Coin Search Engine - auf Auktionskatalogen basierende Münzsuchmaschine.

Heraldik

Nicht nur auf mittelalterlichen Burgen, auch im heutigen Alltag begegnen uns Wappen, als Wappen von Städten und Ländern, aber auch von Fußballvereinen und der Freiwilligen Feuerwehr. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit diesen symbolträchtigen Zeichen nennt man Heraldik, ihre Beschreibung Blasonieren (von frz. blason = Wappen).

Einführende Literatur:

Scheibelreiter, Georg, Heraldik (Oldenbourg historische Hilfswissenschaften 1), Wien/München 22013.

Nützliche Links (letzter Zugriff jeweils 04.05.2016):

Fachvokabular - Der Heraldica-Übersetzer bietet heraldisches Fachvokabular in sechs Sprachen.

Herold - Internetauftritt des Vereins für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften.

Epigraphik

Die Epigraphik ist die Wissenschaft von den Inschriften. Doch was sind eigentlich alles Inschriften?

"Inschriften sind original oder abschriftlich überlieferte Texte auf unterschiedlichen Materialien wie Stein, Holz und Metall, aber auch Glas, Keramik, Textilien und Leder. Als historische Quellen ersten Ranges bieten sie eine wichtige Ergänzung zur handschriftlichen und gedruckten Überlieferung." (Deutsche Inschriften des Mittelalters)

Einführende Literatur:

Kloos, Rudolf M., Einführung in die Epigraphik des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Darmstadt 21992.

Koch, Walter, Inschriftenpaläographie des abendländischen Mittelalters und der früheren Neuzeit 1: Früh- und Hochmittelalter (Oldenbourg historische Hilfswissenschaften 2), Wien 2007.

Nützliche Links (letzter Zugriff jeweils 04.05.2016):

Inschriften.net - Das Portal zu den Deutschen Inschriften des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, auf dem bereits die meisten bisher erschienenen Bände direkt verfügbar sind.

Inschriften Mitteldeutschland - Internetauftritt des Projekts "Die deutschen Inschriften des Mittelalters und der Frühen Neuzeit" an der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig.

Epigraphica Europea - Internetauftritt des Epigraphischen Forschungs- und Dokumentationszentrums München.

Archäologie des Mittelalters

Die Archäologie ist meist nur aus den Altertumswissenschaften bekannt, jedoch bietet sie auch für die Mediävistik und die Neuzeitforschung wichtige Erkenntnisse.

Einführende Literatur:

Fehring, Günter P., Die Archäologie des Mittelalters. Eine Einführung, Darmstadt 32000.

Nützliche Links (letzter Zugriff jeweils 04.05.2016):

Universität Tübingen - Internetauftritt des Arbeitsbereiches Archäologie des Mittelalters an der Universität Tübingen.

DGAMN - Internetauftritt der Deutschen Gesellschaft für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit.

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letzte Änderung: 11.05.2016 

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