Masterstudium  

Archäologie der Alten Welt

Der M.A.-Studiengang Archäologie der Alten Welt baut inhaltlich auf dem gleichnamigen B.A.-Studiengang auf. Er vertieft die dort vermittelten Kenntnisse und methodischen Fertigkeiten im Sinne einer fachwissenschaftlichen Qualifikation und einer höheren Stufe von Modell- und Theoriebildung. Im Ergebnis sollen die Studierenden befähigt werden, eigenständige Interpretationen kultur- und kunsthistorischer Phänomene vorzunehmen sowie durch archäologische Prospektion und Ausgrabung gewonnene Funde und Befunde zu analysieren und zu beurteilen. Zugleich sollen sie damit das intellektuelle Rüstzeug erhalten, das sie kulturelle und künstlerische Phänomene in anderen Zivilisationen sowie in der eigenen Lebensumwelt kritisch hinterfragen und an entsprechenden Diskursen als kompetente Teilnehmer mitwirken lässt.

Der Studiengang Archäologie der Alten Welt vermittelt wissenschaftliche Techniken zur Erschließung von materiellen Hinterlassenschaften als historische Quellen. Gemeinsam bemühen sich Klassische Archäologie und Ur- und Frühgeschichte um Kulturen ohne eigene schriftliche Tradition wie auch um solche, aus denen uns parallel ein Corpus von Texten überliefert ist. Ausgehend von der unterschiedlichen Quellenlage wird allgemein untersucht, wie Menschen vergangener Epochen ihr natürliches Lebensumfeld formten und immer wieder modifizierten; wie sie durch verschiedene Prozesse ihr Zusammenleben gestalteten und veränderten; in welchen Formen sie in unterschiedlichen Zeiten und Räumen miteinander kommunizierten. Als übergreifende Fragestellungen seien exemplarisch genannt:

  • Landschaften, Siedlungen (präurbane und urbane sowie offene und befestigte Siedlungen), Städte und Stadtkultur
  • Wohnen in Palast, Villa, Haus und Hütte
  • Alltagsleben und Festkultur
  • Kult und Religion, Kultstätten und Heiligtümer
  • Bestattungsriten, Grabform und Grabort (Gräberfelder, Nekropolen), Grabkunst und Grabinhalte
  • Wirtschaft und Technologie, Prestigegütertausch und Handel
  • soziale und politische Repräsentation
  • transkulturelle Prozesse – Akkulturation
  • Geschlechterforschung

Je nach Eigenart der untersuchten Kulturen, ihren spezifischen Überlieferungssituationen und den zur Verfügung stehenden Quellen ist ein unterschiedlicher methodischer Zugriff notwendig:

Die Klassische Archäologie erforscht die griechische und römische Antike (ca. 1500 v. Chr. – 500 n. Chr.) im Mittelmeerraum und in den angrenzenden Regionen. Kernbereiche der archäologischen Überlieferung sind topographische und urbanistische Befunde, Architektur, Skulptur, Keramik, Malerei und Mosaik, Kunsthandwerk und Gebrauchsgegenstände. Zur Rekonstruktion und Deutung kultureller Zusammenhänge wendet die Klassische Archäologie ein breites Spektrum wissenschaftlicher Methoden an. Dazu gehören auch die unterschiedlichen Formen der Dokumentation und Bestandsaufnahme einschließlich archäologischer Prospektion, Survey und Ausgrabung. Im Studium ist es notwendig, neben sachlichen, althistorischen und sprachlichen Kenntnissen die visuelle Wahrnehmungsfähigkeit zu fördern, um stilistische bzw. künstlerische Phänomene erkennen und in ihrem kulturgeschichtlichen Kontext analysieren und interpretieren zu können.
Die Ur- und Frühgeschichte erforscht insbesondere die nichtschriftlichen Überreste der  Vergangenheit des Menschen. Zeitlich reicht sie vom Tier-Mensch-Übergangsfeld vor ca. 5 Millionen Jahren bis etwa 1000 n. Chr., aber auch darüber hinaus. Grundlagen bilden Ausgrabung und Prospektion, Quellenaufbereitung und Quellenkritik und die anschließende Auswertung und Interpretation von Befunden und Funden. Zur Deutung des archäologischen Materials und zur Rekonstruktion kultureller Zusammenhänge werden quantitative (Statistik), naturwissenschaftliche (Archäozoologie, Archäobotanik, Paläopathologie) und erkenntnistheoretische Methoden (Analogieschluss, Hermeneutik, historische Soziologie, Geschichts- und Handlungstheorien) herangezogen. Im Rahmen des Masterstudiengangs Archäologie der Alten Welt werden vorwiegend Kulturen behandelt, die in intensivem Kontakt mit der Mittelmeerwelt standen (ca. 800 v. Chr. bis zur Zeitenwende).

Das Studium macht es notwendig, zur Lektüre der in der Regel nicht übersetzten archäologischen Fachliteratur, insbesondere von Grabungsberichten und anderen Grundlagenforschungen, sich Kenntnisse moderner Wissenschaftssprachen (insbesondere Französisch, Italienisch, ggf. Spanisch, Neugriechisch, Türkisch) im Selbststudium anzueignen.
Der Studiengang Archäologie der Alten Welt wird mit dem Master of Arts als weiterem berufsqualifizierenden Abschluss beendet.

Zugangsvoraussetzungen:

Die allgemeine Qualifikation für das Studium wird durch einen berufsqualifizierenden Hochschulabschluss nachgewiesen.
Fachspezifische Zugangsvoraussetzung ist

- Abschluss des B.A.-Studiengangs Archäologie der Alten Welt der Universität Leipzig oder eines vergleichbaren archäologischen B.A.-Studiengangs, der Zugang zum Masterstudiengang Archäologie der Alten Welt wird nur empfohlen für Absolventen/Absolventinnen solcher Studiengänge, die ebenfalls Lehreinheiten in Ur- und Frühgeschichte und Klassischer Archäologie enthalten;

  • für Absolventen/Absolventinnen anderer B.A.-Studiengänge der erfolgreiche Abschluss von sechs Modulen des B.A.-Studiengangs Archäologie der Alten Welt bzw. gleichwertiger Module anderer Hochschulen.
  • Bestehen der Eignungsfeststellungsprüfung für den Masterstudiengang Archäologie der Alten Welt

Für einen angestrebten Abschluss mit Spezialisierung in Ur- und Frühgeschichte sind Grabungserfahrungen zu belegen. Als Nachweise gelten in einem B.A.-Studiengang erworbene Leistungspunkte (mindestens 10 LP) oder eine Bescheinigung von Seiten einer Grabungsleitung mit Ausweis der Dauer des Grabungspraktikums (mind. vier Wochen) und der erbrachten Leistungen.

Fachspezifische Sprachanforderungen:
Insgesamt werden zur Aufnahme des Studiums Kenntnisse in drei Sprachen vorausgesetzt:

  • Englisch (mindestens Stufe B 1, Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen);
  • zwei weitere moderne Sprachen (mindestens Stufe B 1, Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen) oder
  • alte Sprachen (Latein oder Altgriechisch).

Bei einem angestrebten Abschluss mit Spezialisierung in Klassischer Archäologie muss eine der insgesamt drei Sprachen Latein oder Altgriechisch und durch Latinum oder Graecum nachgewiesen sein. Bei einem angestrebten Abschluss mit Spezialisierung in Ur- und Frühgeschichte müssen zwei der insgesamt drei Sprachen moderne europäische Sprachen sein (z.B. Französisch, Italienisch, Schwedisch, Russisch, Polnisch). Sämtliche Sprachkenntnisse sind durch das Abiturzeugnis oder durch eine Feststellungsprüfung an einer Universität bzw. einer staatlichen oder staatlich anerkannten Bildungseinrichtung nachzuweisen.

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zur Professur für Ur- und Frühgeschichte


letzte Änderung: 22.08.2017 

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