Religions- wissenschaftliches  Institut  

Das Religionswissenschaftliche Institut

Gruppenfoto Juni 2016
Mitarbeiter des Religionswissenschaftlichen Instituts

Das Religionswissenschaftliche Institut der Universität Leipzig hat seine institutionellen Wurzeln im Lehrstuhl für Allgemeine Religionsgeschichte, auf den 1912 der schwedische Gelehrte und spätere Friedensnobelpreisträger Nathan Söderblom berufen wurde. Es ist damit das älteste Institut für Religionswissenschaft in Deutschland. Die wissenschaftliche Erforschung von Religionen besitzt an der Universität Leipzig jedoch eine längere Tradition, die eng mit der Etablierung der außereuropäischen Sprach- und Kulturwissenschaften (Arabistik, Indologie, Sinologie, Japanologie, Ägyptologie, Altorientalistik) im 19. Jahrhundert verbunden ist. Diese interdisziplinäre Forschungstradition prägt die Leipziger Religionswissenschaft bis heute. Die außereuropäischen Religionen und ihre Geschichte sind ebenso Teil religionswissenschaftlicher Forschung und Lehre wie die europäische Religionsgeschichte und gegenwärtige religiöse Entwicklungen weltweit. 

Diese globale Perspektive macht die Religionswissenschaft zu einer Schnittstelle interdisziplinärer Forschung. Religion ist ein Element aller Kulturen und Gesellschaften. Religionen zu erforschen bedeutet deshalb, Kulturen zu erforschen und dabei die Wechselbeziehungen von Religion und Politik, Wirtschaft, Philosophie, Kunst und Literatur zu untersuchen. Diese Breite der religionswissenschaftlichen Themen und Fragestellungen verleiht dem Fach seinen Reiz, erfordert jedoch auch eine angemessene Spezialisierung sowohl bei Forschenden wie auch bei Studierenden. 

Die nunmehr hundertjährige Geschichte des Leipziger Instituts spiegelt diese Breite des Fachs in den Forschungsschwerpunkten der sie prägenden Wissenschaftler. Die religionsgeschichtlichen Arbeiten der in dieser Zeit in Leipzig lehrenden Professoren widmen sich so unterschiedlichen religiösen Traditionen wie den japanischen, chinesischen, altnordischen und germanischen Religionen, der Gnosis und der Religion der Mandäer, dem Islam und dem Buddhismus. Von gleicher Bedeutung sind jedoch die Forschungen zur systematischen Religionswissenschaft und Methodologie. Diese enge Verknüpfung von Religionsgeschichte und systematischer Religionswissenschaft ist ein Merkmal der Leipziger Forschungstradition und bis heute für das Religionswissenschaftliche Institut profilbildend. 

Gegenwärtig liegen Schwerpunkte historischer und empirischer Forschung einerseits auf den Religionen Ostasiens und dem Buddhismus, andererseits auf der neueren und neuesten Religionsgeschichte Europas und Nordamerikas. Thematische Schwerpunkte sind unter anderem die kulturelle Dynamik von Religionen, die Beziehung von Religion und Politik, religiöse Minderheiten, Säkularität und religiöse Entwicklungen der Gegenwart. Zu den zentralen Forschungsgebieten gehören ferner Theorien und Methoden der Religionswissenschaft.

Religionswissenschaft kann in Leipzig als Bachelor- und Master-Studiengang studiert werden. Der Master-Studiengang ist forschungsorientiert und konzentriert sich deshalb auf die genannten Forschungsschwerpunkte.  Im Bachelorstudiengang werden Grundlagen für berufliche Entwicklungsmöglichkeiten und zur sebständigen Weiterbildung geschaffen.

Das Religionswissenschaftliche Institut ist federführend am Centre for the Study of Religons beteiligt.


letzte Änderung: 21.10.2016 Steffi Rüger

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