Dr. Armin Bergmeier  

Lehrveranstaltung

Seminar

Mittwoch   15 Uhr   WMH 5/14

Konstantinopel/Istanbul: Bauten und Denkmäler in byzantinischer und osmanischer Zeit

Das byzantinische Konstantinopel war das New York des Mittelalters. Es löste Rom als Hauptstadt des Römischen Reichs ab, was nicht zuletzt daran erkennbar war, dass die Bewohner Romaioi, Römer, genannt wurden. Über ein Jahrtausend, von 324 bis 1453 war Konstantinopel die Hauptstadt des Römischen Reichs und nach der türkischen Eroberung wurde es zur Hauptstadt des Osmanischen Reichs, das bis zum Jahr 1922 bestand. Die heutige 15-Millonen-Metropole Istanbul begräbt unter sich die archäologischen Schichten der vergangenen Jahrhunderte. Obwohl vieles, das die Urbanistik der Stadt betrifft bislang ungeklärt ist, verfügt Istanbul doch über eine beeindruckende Denkmälerdichte, denen sich das Seminar in einer Auswahl annähern möchte. Dazu gehören spätantike, mittelalterliche und frühneuzeitliche Sakralbauten, öffentliche Denkmäler, Profan- und Palastbauten.Es werden die Platzanlagen und Denkmäler der frühen Kaiser behandelt, sowie der spätbyzantinische Kaiserpalast Tekfur Sarayı. Letzterer wird die Gelegenheit geben, moderne (Über-)Restaurierungen kritisch zu betrachten. Wir werden die Hagia Sophia und ihre architektonischen Vorbilder untersuchen, und das Nachleben dieses Bautyps in den Moscheenbauten des osmanischen Architekten Sinan verfolgen. Ein Spätwerk von Sinan, die Kılıç Ali Paşa Camii, ist sogar eine verkleinerte Kopie des spätantiken Baus. Weiterhin werden wir uns die Frage nach Zentrum und Peripherie stellen. Besonders anhand des in mittelbyzantinischer Zeit neuen Bautyps der Kreuzkuppelkirche ist immer wieder diskutiert worden, ob er seinen Ursprung in der Hauptstadt hatte oder aber aus den Provinzen „importiert“ wurde. Bei der Betrachtung werden immer auch der urbanistische Kontext sowie Ausstattung und Nutzung berücksichtigt werden, unter anderem bei der berühmten Chora Kirche mit ihren bedeutenden Wandmosaiken und Fresken.

Literatur:  Asutay–Effenberger, Neslihan. Die Landmauer von Konstantinopel-İstanbul: historisch-topographische und baugeschichtliche Untersuchungen Berlin: De Gruyter, 2007. Reclams Städteführer Architektur und Kunst: Istanbul. Stuttgart: Reclam, 2014. Bauer, Franz Alto. “Monument und Denkmal.” In Reallexikon zur Byzantinischen Kunst, 656-720, 2005. Stadt, Platz und Denkmal in der Spätantike. Untersuchungen zur Ausstattung des öffentlichen Raums in den spätantiken Städten Rom, Konstantinopel und Ephesos. Mainz: Zabern, 1996., ed. Visualisierungen von Herrschaft: frühmittelalterliche Residenzen - Gestalt und Zeremoniell. Istanbul: Ege Yayınları, 2006. Berger, Albrecht. Konstantinopel: Geschichte, Topographie, Religion Stuttgart: Hiersemann, 2011.Mango, Cyril. The Art of the Byzantine Empire, 312-1453. Sources and Documents. Englewood Cliffs: Prentice–Hall, 1972.Mathews, Thomas F. The Early Churches of Constantinople: Architecture and Liturgy. University Park: Pennsylvania State University Press, 1971. Müller-Wiener, Wolfgang. Bildlexikon zur Topographie Istanbuls: Byzantion, Konstantinupolis, Istanbul bis zum Beginn des 17. Jh. Tübingen: Wasmuth, 1977. Necipoglu, Gülrü. The Age of Sinan: Architectural Culture in the Ottoman Empire. London: Reaktion, 2005.Ousterhout, Robert. Master Builders of Byzantium (2. Auflage). Philadelphia: University of Pennsylvania Museum of Archaeology and Anthropology 2008.Underwood, Paul A. The Kariye Djami. 4 vols. New York: Bollingen, 1966.

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letzte Änderung: 08.01.2018 

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