Institut für  Kunstgeschichte  

Prof. Dr. Rudolf Hiller von Gaertringen


Profil

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Rudolf Hiller von Gaertringen

Leiter der Kustodie,
Kustos der Kunstsammlung,
Italienische Malerei 1300-1550 Raffael und Perugino Maltechnische Untersuchungen von Gemälden Sächsische Kunst des 14. bis 18. Jh.

Hausanschrift
Kustodie/Kunstsammlung

Goethestraße 2 (Kroch-Hochhaus),
04109 Leipzig,
Telefon 0341/97-30171
Telefax 0341/97-30179
E-Mail: rudolf.hiller[at]uni-leipzig.de

Lehrangebot

Übung

Dienstag  17 Uhr  WMH 5/14

1. Semester Bachelorstudiengang
Basismodul I - 03-KUG-1101 -
Kunstgeschichte der Spätantike, des Mittelalters und der frühen Neuzeit

Wiedergewinnung eines verlorenen Schatzes – Die Epitaphien der Universitätskirche Leipzig

Der Kurs sucht eine Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten mit Einblicken in die Arbeitswelt des Kunstmuseums zu verknüpfen. Eingangs werden die Arbeitsschritte wissenschaftlichen Arbeitens, u. a. das Erarbeiten einer wissenschaftlichen Fragestellung und das Erstellen einer Bibliographie erörtert. In der Folge werden die klassischen Museumsaufgaben Sammeln, Bewahren, Erforschen und Vermitteln reflektiert, unter besonderer Berücksichtigung der Spezifika künstlerischer Originale.
Der praktische Teil des Kurses widmet sich den Epitaphien aus der mittelalterlichen Universitätskirche St. Pauli, ein kunsthistorisch bedeutender Kernkomplex der Kunstsammlung der Universität Leipzig. Im Vorfeld der Kirchensprengung am 30. Mai 1968 standen wenige Tage für eine Notbergung zur Verfügung, danach verschwanden die Werke in Depots und wurden als Geheimsache behandelt. Zerlegt in die ursprünglichen Baugruppen lagerten sie auf dem Boden, die Oberflächen waren verschmutzt, die Farbfassungen der Holzobjekte vom Träger abgelöst. Nachdem die Objekte über Jahrzehnte aus der Forschung weitgehend ausgeschieden waren, wurde von der Kustodie in der Nachwendezeit und insbesondere ab 2002 ihre Restaurierung und Wiederanbringung betrieben. Die erhaltenen Denkmäler bestehen aus Stein, Holz mit Polychromie und aus Metall. Ihre Entstehungszeit reicht von 1550 bis 1770, d. h. vom Spätmanierismus bis in den Rokoko. Das Seminar widmet sich der Gattung Epitaph in Abgrenzung von anderen Funerarmonumenten und wirft Fragen zur Sozialgeschichte, Wissenschaftsgeschichte, Universitätsgeschichte und Theologie auf. Der Bestand zeigt interessante Entwicklungslinien der Gattung auf. Der derzeit öffentlich noch nicht zugängliche Standort im zu eröffnenden Paulinum wird im Rahmen des Seminars ebenso besucht wie die Mitte November eröffnende themenbezogene Ausstellung der Kustodie in der Galerie im Neuen Augusteum.

Teilnahmevoraussetzung ist die Übernahme eines Referats zu einem der Epitaphien.

Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen begrenzt.

Literatur: <xml> </xml> Kunstgeschichte. Eine Einführung, hrsg. von Hans Belting u. a., 7. überarb. u. erw. Auflage, Berlin: Reimer 2008, hier bes. Willibald Sauerländer, „Gegenstandssicherung allgemein“, S. 51-62; Gurlitt, Cornelius: Beschreibende Darstellung der Bau- und Kunstdenkmäler des Königreiches Sachsen, Heft XVII, 1.Theil, hrsg. auf Kosten der K. Staatsregierung vom K. Sächsischen Altertumsverein, Bd. XVII, Dresden 1895, S. 3-256 – Hütter, Elisabeth: Die Pauliner-Universitätskirche zu Leipzig. Geschichte und Bedeutung, hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, (Forschungen und Schriften zur Denkmalpflege, Bd. 1), Weimar 1993 – Bau- und Kunstdenkmäler von Sachsen: Stadt Leipzig. Die Sakralbauten. Mit einem Überblick über die städtebauliche Entwicklung bis 1989, hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, bearb. von Heinrich Magirius, Hartmut Mai, Thomas Trajkovits und Winfried Werner, 2 Bde, München/Berlin 1995, Bd. 1, S. 483-678 – Zerbe, Doreen: 'Frühneuzeitliche Grab- und Gedächtnismale von Theologieprofessoren in Leipziger Kirchen', in: Die Theologische Fakultät der Universität Leipzig. Personen, Profile und Perspektiven aus sechs Jahrhunderten Fakultätsgeschichte, 2, 2005, S. 220-233 – Ausst. Kat. Erleuchtung der Welt. Sachsen und der Beginn der modernen Wissenschaften. 600 Jahre Universität Leipzig, im Auftrag des Rektors der Universität Leipzig Franz Häuser hrsg. v. Detlef Döring et al., 2 Bde., Dresden 2009. – Lampe, Moritz: Zwischen Endzeiterwartung und Repräsentation. Das Epitaph des Heinrich Heideck (1570-1603) aus der Leipziger Universitätskirche St. Pauli, Leipzig 2009 – »Ade Welt, ich bin nun daraus«. Memoriale Inschriften an Grabsteinen und Epitaphien der Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig, bearb. von Rainer Kößling u. Doreen Zerbe, hrsg. v. Rudolf Hiller von Gaertringen, Leipzig 2011 (= Beiträge zur Leipziger Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte, Reihe A, Bd. 7) – Hiller von Gaertringen, Rudolf (Hg.): Restauro. Epitaphien der Universitätskirche St. Pauli. Arbeitsstand und Perspektiven, Leipzig, 2. Aufl. 2013.<xml> 1024x768 </xml>

Vita

2012

Ernennung zum außerplanmäßigen Professor für Kunstgeschichte

2007

Habilitation an der Universität Leipzig und Lehrbefugnis im Fach Kunstgeschichte

2002

Johann David Passavant-Preis des Städelschen Kunstinstituts für Forschungen zu Perugino und Raffael

2002

Leiter der Kustodie der Universität Leipzig

1996

Promotion an der Eberhard Karls-Universität, Tübingen

1995 - 2002

Werkvertrag am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt a. M. über einen Bestandskatalog Italienische Gemälde im Städel 1300-1550  Toskana/Umbrien (zugleich Assoziierter Wissenschaftler am Kunsthistorischen Institut in Florenz, Max-Planck-Institut)

1990 - 1991

Graduate Studies am Institute of Fine Arts der New York University

1989

Master of Arts am Courtauld Institute der Universität London

1987

ICCROM-Kurs „Scientific Principles of Conservation“ in Rom

1985 - 1990

Studium der Kunstgeschichte in Tübingen, London und München

1981 - 1984

Restaurierungspraktikum im Atelier Prof. Dr. Ingenhoff, Tübingen

1961

geb. in Stuttgart

Forschungsprojekte

Publikationen



letzte Änderung: 01.09.2017 

Kontakt

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Dittrichring 18-20
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