Institut für Indologie und Zentralasien- wissenschaften  

Tibetologie

Die Tibetologie ist, wie ihr Schwesterfach, die Mongolistik, seit Langem ein integraler Bestandteil der Leipziger Orientalistik. Sie beschäftigt sich mit dem Studium der Sprachen und der geistigen und materiellen Kultur Tibets. Das Studium der Tibetologie behandelt Themen der Philologie, Literatur-, Sprach- und Religionsgeschichte, Geschichte sowie Kunstgeschichte. Das Erlernen des klassischen und modernen Tibetisch steht dabei im Zentrum. Das Studium der Tibetologie hat zum Ziel, auf philologischer und historischer Grundlage Kenntnis von den kulturellen, historischen und sozialen Entwicklungen in Tibet zu erlangen und spezifisches Fachwissen in mehreren ausgewählten Teilbereichen der tibetischen Kultur unter Verwendung, Erschließung, Analyse und Interpretation originalsprachiger Quellen zu erwerben. Das Studium soll die Studierenden dazu befähigen, sich selbständig mit den unterschiedlichsten Phänomenen der tibetischen Kultur und Gesellschaft zu befassen.

Die Tradition der Tibetologie an dieser Universität geht bis auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurück und begann, wie die der Mongolistik, mit der Sinologie. Georg von der Gabelentz, seit 1878 Professor für ostasiatische Sprachen, befasste sich auch mit dem Tibetischen und veranlasste so seinen Schüler Wilhelm Grube, seit 1881 tibetologische Lehrveranstaltungen zu halten. In den folgenden über einhundert Jahren beschäftigten sich Leipziger Tibetforscher unter anderem mit den Themen lamaistische Kirchengeschichte, Schrift- und Transkriptionsprobleme ostasiatischer Sprachen, sowie dem Druck-, Zeitungs- und Postwesen in Tibet.

1994 wurde Per K. Sörensen, der jetzige Ordinarius, Nachfolger Manfred Taubes, der zuvor in Leipzig Tibetologie und Mongolistik gelehrt hatte und sich vor allem der Geschichte und Kultur der Völker Zentralasiens widmete. Per Sörensen studierte an der Universität Kopenhagen und hat bereits in Schweden, Finnland, Deutschland und den USA gelehrt. In seinen zahlreichen Veröffentlichungen erschloss er zentrale Quellen zur Früh- und Mittelaltergeschichte Tibets. Ferner hat er Bücher und Aufsätze zur Geschichte und Literatur Bhutans veröffentlicht, wo er seit zwölf Jahren ein Projekt leitet.

Die Universität Leipzig hat also nicht nur eine traditionsreiche Forschungsgeschichte auf dem Gebiet der Tibetologie zu bieten, sondern wird auch in Zukunft Spannendes für die neuen Studierenden bereithalten.

Im Bachelor-Studium wird sowohl die klassische tibetische Schriftsprache als auch die moderne Umgangssprache unterrichtet. Das Moderne Tibetisch beginnt mit den Grundlagen von Grammatik und Sprachpraxis und geht dann über zu Textlektüre moderner tibetischer Autoren. Im klassischen Tibetisch werden unter anderem buddhistische Märchen und historische Quellen übersetzt. Im Masterstudium besteht die Möglichkeit zur Spezialisierung. Dort bestimmen die Studierenden selbst mit, welche Texte gelesen werden sollen. Angeboten werden unter anderem historiographische Texte, Volksliteratur, wie zum Beispiel Sagen und Märchen, sowie Texte aus dem buddhistischen Kanon.

Neben dem gegenwärtigen Forschungsschwerpunkt der tibetischen Geschichtsschreibung entwickelt sich im Moment mit moderner tibetischer Literatur ein weiterer Themenschwerpunkt. Auch auf dem Feld der Buddhologie ergibt sich aus der möglichen Kombination von Tibetisch mit Sanskrit eine hervorragende Grundlage für indo-tibetische Studien. Weitere sinnvolle Kombinationen ergeben sich beispielsweise mit der Religionswissenschaft oder der Ethnologie.


letzte Änderung: 23.06.2017 

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