Institut für Indologie und Zentralasien- wissenschaften  

Mongolistik

Die wenigsten wissen, dass an der Leipziger Universität bereits 1882 - erstmals an einer deutschen Universität - mongolistische Lehrveranstaltungen angeboten wurden. Der Dozent damals war ein Sinologe. Ob viele Studenten in seiner Vorlesung saßen, wissen wir nicht. Fakt ist, die Tradition wurde fortgesetzt: Erich Haenisch zum Beispiel war Sinologe und zugleich Mongolist, reiste 1928 in die junge Mongolische Volksrepublik, um Feldforschung zu betreiben. Das war damals nicht so selbstverständlich, denn manche Philologen des alten Schlages saßen eher an ihren Schreibtischen daheim und brüteten über klassischen Texten, statt sich mit den modernen Sprachen, den aktuellen kulturellen Gegebenheiten und sozialen Prozessen in den jeweiligen Ländern und Regionen zu beschäftigen.

Haenisch wurde später in Wissenschaftskreisen berühmt, als es ihm gelang, die aus der Epoche des Tschinggis Khan stammende, so genannte „Geheime Geschichte der Mongolen“ zu rekonstruieren und zu übersetzen. Wir dürfen annehmen, dass ihm dabei ein junger mongolischer Poet half. Das war D. Natsagdorj – in der Mongolei bis heute als Mitbegründer der modernen mongolischen Literatur unvergessen -, der zu der Gruppe junger Mongolen gehörte, welche die Regierung seines Landes in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts nach Deutschland schickte, um solide Facharbeiter ausbilden zu lassen. So ist die Leipziger Universität nicht allein deshalb für  Mongolen eine bekannte Stätte; viele haben hier – in den Zeiten der DDR und nach der Wende 1989 - studiert und manche sogar mit ihren deutschen Kommilitonen gemeinsam in der Fachrichtung Mongolistik als Nebenfach (bis zur Einführung des Bachelorstudiengangs 2006).

Die Mongolistik an unserem Institut ist ein integraler Bestandteil des Bachelor- und Masterstudiengangs Indologie, Tibetologie und Mongolistik. Wer sich speziell für die Mongolen und ihren raumgreifenden Platz in Zentralasien bis hin nach Südasien interessiert, kann sich hier sowohl mit der alten Sprache, Geschichte und der  nomadisch-schamanisch, später buddhistisch geprägten Kultur der Mongolen befassen, aber auch mit der Gegenwart in all ihren Facetten auseinandersetzen. Sucht jemand ernsthaft den Zugang hierzu, so wird er/sie sich in erster Linie intensiv bemühen müssen, die Sprache(n) zu lernen. Es wird schwerpunktmäßig die heute in der Mongolei gesprochene Khalkha-mongolische Sprache vermittelt, die es einem ermöglicht, auch mit anderen mongolischen Ethnien, die in China und Republiken der Russischen Föderation (Burjaten, Kalmücken) leben, zu kommunizieren.

Im Übrigen erwies es sich bisher stets als sinnvoll, das Studium der Mongolistik mit der Sinologie, Japanologie, Linguistik, Ethnologie, Religionswissenschaften, Geographie, Archäologie, Kulturwissenschaften oder Ähnlichem zu verbinden.


letzte Änderung: 23.06.2017 

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