Neuere und Zeitgeschichte 

Die Moskauer Metro ist eine der Kathedralen der klassischen Moderne. 1935 wurde sie als Prestigeprojekt unter Stalin eröffnet. Im Zweiten Weltkrieg war die U-Bahn ein Fluchtort vor deutschen Luftangriffen. Bis heute gehört sie für Millionen von Menschen im Getriebe der russischen Metropole zum Alltag. Ihre pompöse Ausgestaltung erinnert die Passagiere zugleich tagtäglich an eine vermeintlich heroische Zeit.
    Geschichte ist in unserer Umwelt allgegenwärtig, gerade dort, wo sie baulich oder ästhetisch zu greifen ist. Die historische Forschung will diese Spuren erkennen und in ihre zeitlichen Kontexte einordnen. Die Neuere und Neueste Geschichte greift Fragestellungen der älteren Zeitepochen auf und führt sie bis an die Gegenwart heran. Dabei historisiert sie Strukturen, Ereignisse und Persönlichkeiten des 19. bis 21. Jahrhunderts, um die heutige Lebenswelt geschichtlich zu verorten.
    Das ist weit mehr als eine Geschichte der Nationalstaaten und ihrer Beziehungen zueinander. Vielmehr zeigt der Zulauf auf die Gegenwart, dass sich räumliche Ebenen vom Lokalen bis zum Globalen zunehmend miteinander verflechten. Das Alltagsleben wandelt sich ebenso kontinuierlich wie die Erfahrung der Menschen, die Geschichte machen, erleben oder deuten.
    Der Lehrstuhl möchte diese Fülle der geschichtlichen Bezüge erforschen und vermitteln. Dabei greift er auf eine große Vielfalt an Quellen und Überlieferungen zurück, die oft besonders kontrovers interpretiert werden. Denn Geschichte entsteht nicht allein durch wissenschaftliche Forschung. Auch Zeitzeugen, politische Interessen und öffentliche Debatten sind daran beteiligt. Das macht die Neuere und Neueste Geschichte besonders dynamisch und verleiht ihr eine spezifische Spannung.


letzte Änderung: 14.03.2017 

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