Historisches Seminar 

Exploring Concept Change

Exploring Concept Change and Transfer in Antiquity - Moderne Informationstechnologien in den Altertumswissenschaften

Projektleitung:

Prof. Dr. Charlotte Schubert

Projektbeteiligte:
Judith Blumenstein, M.A.
Thomas Efer, M.Sc. 
Dipl.-Inf. Stefan Jänicke 
Dr. Roxana Kath
Dariya Rafiyenko
Dr. Michaela Rücker 

Christoph Weilbach 
Eva Wöckener-Gade 


 

Kurzbeschreibung

Innerhalb des Projektes sollen durch die Kombination von Text Mining Verfahren, Visual Analytics und historischer Diskursanalyse Bedeutungsverschiebungen semantischer Räume nach Ort und Zeit visualisiert werden, um die Wechselwirkungen zwischen Struktur und Handlung, zwischen Alltag und Politik in der Antike zu untersuchen. Dies stellt eine methodische Neuerung dar, die am Beispiel griechischer, byzantinischer und lateinischer Texte und entsprechender Fragestellungen antiker Gesellschaften exemplarisch entwickelt wird, aber in der Folge auch auf andere Geistes- und Sozialwissenschaften, die mit diachronen Textkorpora arbeiten, übertragbar ist. Während Methoden und Techniken zur automatischen Verarbeitung und inhaltlichen Erfassung großer Mengen an Textkollektionen heute verbreitet sind, ist die Erfassung von semantischem Inhalt noch in einem experimentellen Stadium. Ansätze aus dem Forschungsfeld der Textanalyse und -visualisierung bieten jedoch gerade für die textbasierten Altertumswissenschaften mit ihren großen Beständen an digitalisierten Korpora die Möglichkeit zur Entwicklung neuer und innovativer Methoden. Mit Hilfe von Verfahren des Text Minings und der Visual Analytics soll ein Recherchesystem aufgebaut werden, durch das Begriffe, die sowohl in medizinischen Fachtexten als auch in politischen und alltäglichen Texten verwendet werden auf ihren Kontext in argumentativen Strategien hin analysiert werden. Damit soll die Entwicklung untersucht werden, die das Verhältnis zwischen der Wissenschaftssprache und dem alltäglichen Handeln insbesondere in der Politik über einen Zeitraum von mehr als 2000 Jahren für die gesamte griechische, byzantinische und lateinische Literatur beleuchtet. Dies kann beispielgebend für alle anderen altertumswissenschaftlichen Text-Disziplinen wirken und vor allem für die Geschichtswissenschaft insgesamt als neuer, methodischer Zugang dienen, um diskursive Prozesse in ihrer Verzeitlichung zu repräsentieren.


letzte Änderung: 19.10.2015 

Kontakt

Prof. Dr. Charlotte Schubert

Historisches Seminar
Lehrstuhl für Alte Geschichte
Beethovenstraße 15
04107 Leipzig

Raum 3.204

Telefon: +49 341 97 37071
E-Mail

 

 

Zeitraum

2012-2015

Finanzierung

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)